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Artikel Tagged ‘Idiotie’

Spart Strom!

18. Juni 2008

…denn bald gibts keinen mehr. Zumindet, wenn man die gegewnwärtigen politischen Ansätze der Grünen mal zu Ende denkt. Atomausstieg, klar, beschlossen. Super. Blöd nur, dass AKW in Deutschland die Grundlast sichern. Das ist die Menge an verfügbarem Strom, die immer vorgehalten werden muss. Als Stromversorger schätzt man das vorher ab und sichert das dann mit langsam reagierenden, aber leistungsfähigen Kraftwerken wie eben AKW ab. Nun wird die BRD ja langsam aber sicher AKW-freie Zone werden und da stellt sich die Frage: Womit soll jetzt die Grundlast gesichert werden. Natürlich braucht es dazu auch leistungsfähige Kraftwerke. Aber sehen wir uns die ökologischen Alternativen an: Solarenergie. Immer sehr schön, relativ ineffizient, wenn man die zur Erzeugung von Photovoltaikelementen benötigte Energie hinzurechnet. Wird natürlich effizienter, wenn durch die globale Erwärmung die Sonnenscheindauer steigt, aber ich schweife ab. Leistungsfähigkeit über längere Zeiträume nicht gegeben, erfordert also zur Sicherung der Grundlast jede Menge Speicher…
Windkraft. Auch super. Aber unter Naturschutzgründen…also die Dinger verschandeln ja schon ganz schön die Landschaft, nicht wahr? Davon ab auch nicht zum Dauerbetrieb geeignet, braucht wieder ne Menge Energiespeicher und außerdem ist die Leistungsfähigkeit auch noch nicht sooo weit.
Wasserkraft. Hohe Leistungsdichte, auch zuverlässig vorhanden. Aber so’n Stausee, nee, dieser Eingriff in die Natur. Das ist ganz böse. Und Erdbeben lösen die Dinger neuerdings auch aus! Geht also och nich, schätz ich mal.

Was nu? Ah, Kohlekraft. Aber halt! Die Kohlekraftwerke sind doch diese bösen, bösen Dreckschleudern. Die erzeugen ganz viel CO2 und Rußpartikel. Nee, da sind wir dann besser auch dagegen. Wie, da gibts Unterschiede zwischen Stein- und Braunkohle? Egal. Dagegen! Wer braucht schon Strom.
In der Konsequenz wird jetzt schon das Leben ohne Strom geübt. Kühlschränke und ihr Inhalt müssen sich dem aber noch anpassen. Taut das Ding doch einfach ab, obwohl’s nur eine Nacht ohne Strom war. Also nee…

P.S. Bevor jetzt irgendwer auf die Idee kommt, mich zu belehren, dass bis zum endgültigen Atomausstieg die von mir als untauglich beschriebenen Technologien sinnvoll einsetzbar sind: Ja, Fortschritte sind unvermeidlich. Das papierlose Büro haben wir schließlich auch schon seit 20 Jahren (und das wird erst ein Spaß ohne Strom).
Aber dennoch bleibt das Hauptproblem bestehen, dass hier Dinge gefordert werden, ohne über Alternativen nachzudenken oder diese Alternativen werden auch abgelehnt.

Manchmal frag ich mich , , ,

Die Intelligenz des Bundeskartellamts

29. April 2008

Dieser Post wurde ursprünglich am 8. Januar 2007 unter rock.madcynic.com veröffentlicht, passt aber hier viel besser.

Da hat das Bundeskartellamt doch was ganz tolles gemacht: Eine Übersicht über die Gaspreise in Deutschland erstellt. Und dazu hat man die Preise von immerhin 739 Unternehmen verglichen. Sicher ein Heidenaufwand.

Großer Gewinner sind dabei die SWM Magdeburg, die deutschlandweit am billigsten sind - zumindest in der Erhebung für Eigenheime (pdf).

Nur gibt es da einen kleinen Haken: Die vom Kartellamt erstellte Tabelle bezieht sich auf die Preise vom Stichtag 15. November. Und was wird des öfteren zum 1. Januar erhöht? Richtig, die Mehrwertsteuer. Ach ja, und die Gaspreise mitunter auch…

Mit einem Wort, die vom Kartellamt am 3. Januar veröffentlichte Übersicht kann man sofort in den Aktenvernichter schieben, denn das Ranking hatte zu diesem Zeitpunkt keinerlei Bedeutung mehr.
Aber so konnten sich einzelne Unternehmen erstmal profilieren.
Vermutlich musste das Geld, das für diese Erhebung ausgegeben wurde, sowieso weg.

Manchmal frag ich mich ,

Warteschleifenmusik

10. März 2008

Was will mir der Dell-Service eigentlich sagen, wenn die Warteschleifenmusik Eurythmics mit “Thorn in My Side” ist?
Kleines Text-Highlight:

I should have known better
But I got what I deserved…

Das Kurzwort , , ,

Haste Scheiße am Fuß…

5. Februar 2008

haste Scheiße am Fuß. Wusste schon Andi “1-0 per Elfmeter gegen Argentinien” Brehme. Aber dass man fürs Treten in Hundekacke neuerdings auch schon zahlen muss, hätte wohl auch Herrn Brehme überrascht. So geschehen in einer Filiale der Volksbank in Stuttgart. Mutter mit Tochter zum Geldabheben in die Bank geschritten, nur blöd, dass Töchterchen vorher in Hundexkremente getreten war.
Die Bank fands nicht so witzig, prüfte ob der groben Verschmutzung (ist das dann eigentlich Sachbeschädigung?) die Bänder der Videoüberwachung und nutzte dann die Kundendaten, um der Dame eine Rechnung über die Reinigung zuzustellen. Sehr zur Freude von Datenschützern, berichtet der SWR.

Meldung via Lawblog

Manchmal frag ich mich , , ,

Wie man das Klima stört

28. Januar 2008

Ich arbeite ja in so nem Internetprojekt-Dings mit. Da gibts öfter mal Meetings, oder Versammlungen, der Mitarbeiter. Und dort wird dann auch gern mal ein Protokoll geführt. Für Leute wie mich, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht zum Treffen erscheinen konnten.
Naja, und dann gibts so Experten, die ihre eigenen Notizen, samt ihrer Gedanken, in dieses Protokoll einbringen. Das nennen sie dann Ergebnisprotokoll. Für mich ist das weniger irritierend als für die tatsächlich anwesend Gewesenen. Ich weiß nämlich nicht, was passiert ist und was nicht. Die Anwesenden schon.

Da ärgert es dann immer etwas, wenn im Protokoll Dinge stehen, die nicht passiert sind. Nun gut, das wäre verschmerzbar. Aber leider passiert das nicht zum ersten Mal und leider stehen in den fragwürdigen Abschnitten dann oft Dinge als Beschluss, die so nicht beschlossen worden sind. Zur Erinnerung: Das Wahrig-Fremdwörterlexikon definiert Protokoll so: “gleichzeitig erfolgende od. erfolgte (wortgetreue) Niederschrift einer Verhandlung od. eines Verhörs.”

Besonders ärgerlich wird es dann, wenn auf den Hinweis, das xy doch gar nicht besprochen wurde, nicht Einsicht folgt, sondern darauf bestanden wird, dass dem ja wohl so ist…versaut so’n bisschen das Teamklima.

Manchmal frag ich mich , , , ,

Vollversammlung!

19. Dezember 2007

Heute war ich auf einer Vollversammlung. Also eigentlich. Zum Glück kamen nicht alle 3.000 Studenten der Fakultät, so dass man im Raum noch einen Sitzplatz bekam. Gut, atmen konnte man nach ‘ner Stunde so auch nicht mehr, aber Opfer müssen gebracht werden, es geht schließlich um…
Ja, worum geht es eigentlich? Kurz zur Situation. Also, der Bolognaprozess führt zur Abschaffung der traditionellen Studiengänge Diplom und Magister. Und da das Land Sachsen-Anhalt in seiner unendlichen Weisheit beschlossen hat, die Gymnasiallehrerausbildung nur noch in der verbotenen Stadt durchzuführen, wurde auch dieser Studiengang in Magdeburg abgeschafft und läuft aus. Das alles in Zusammenarbeit mit Einsparungsmaßnahmen führt zu einer gewaltigen Umstrukturierung an der Fakultät, die sich nun auf die Ausbildung von lustigen Menschen mit dem Abschluss “Bachelor of Arts” konzentriert.
Blöd nur, dass es da noch den ein oder anderen Studenten gibt, der tatsächlich die Frechheit besitzt, sein Lehramtsstudium (oder Magisterstudium) noch zu Ende führen zu wollen…

Durch Personalmangel kommt es dann mitunter zu Engpässen, Veranstaltungen werden nicht angeboten oder sind für zu wenige Studenten geöffnet - oder für Magister/Lehrämter gleich gar nicht zugänglich. Und daaaaann…dann formt sich eine soziale Bewegung (also zumindest hab ich das heute abend öfter gehört, ich studier sowas ja nich…was’n das?), und die macht erstmal eins. Viel Lärm. Da wird dann zu einer Briefaktion aufgerufen, man möge doch bitte dem Herrn Rektor einen Brief schreiben - is klar, der Mann hat ja nix wichtiges zu tun und freut sich über Dutzende Briefchen, die bei ihm eintrudeln, natürlich schön häppchenweise. Dann kommt der Rektor in die Fakultät, wo er kurz die Lage erläutert - fassen wir kurz zusammen, es gibt äußere Zwänge und manches is eben so.

Nun ist man natürlich damit nicht zufrieden, und wenn der Deutsche nicht mehr weiter weiß, gründet er ‘nen Arbeitskreis. In diesem Fall gilt: Er versucht es. Kennt jemand diese Videos von Studenten aus den 60er Jahren, die in irgendwelchen Hörsälen saßen und diskutierten? Ungefähr so war das heute auch, nur in Farbe statt schwarzweiß, mit nem kabellosen Mikro und dem Uniradio statt mit irgendwelchem nationalen Fernsehen. Naja, der Arbeitskreis hat ja noch nicht angefangen.

Zunächst einmal wurde das Konzept vorgestellt, das heißt nein, eigentlich wurden die Forderungen vorgestellt. Sie lassen sich gut auf einen Nenner bringen: Man fordert Mehr. Mehr Dozenten, mehr Veranstaltungen, mehr Betreuung, mehr mehr!
Dass muss ja auch finanziert werden, wird jetzt vielleicht der ein oder andere einwerfen. Stimmt. Hab ich auch gedacht. Aber das ist zu kurz gedacht. Einer der Anwesenden gab dem Arbeitskreis dann auch mit auf den Weg, Forderungen möglichst konkret zu formulieren.
Da kam allerdings ein Gegenargument, das mir die Augen öffnete: Je konkreter die Forderungen, desto wahrscheinlicher ist ihre Erfüllung - und dann wäre die Protestbewegung am Ende. Verflixt.

Aber um ein jähes Ende der Protestbewegung zu verhindern, haben wir ja jetzt den Arbeitskreis.

Kleiner Nachsatz: Ja, die Studienbedingungen an der FGSE sind schlecht im Augenblick, und ja, dagegen muss etwas getan werden. Aber wer in seinem Aktionismus nicht in der Lage ist, bestehende Strukturen, wie den fasra oder den Fakultätsrat, einzubinden, wer sich dann mit der Feststellung man habe nicht erfahren können, wer da wofür zuständig ist, entschuldigt, dem gehört mindestens gründlich der Kopf gewaschen. (Es hilft übrigens auch nichts, engagierte Studenten als “unscheinbar” zu bezeichnen…)
Aktion und Protest müssen organisiert sein, eine starre Haltung mit nicht erfüllbaren und somit unkonstruktiven Forderungen bringen da gar nichts. Fortschritte des Arbeitskreises sollen übrigens hier zu verfolgen sein. Schaumermal.

Dat versteh ich nich , , ,