Tagarchiv Zeitungen

Meinungen zu Editha

Gestern schrieb ich einen etwas längeren Bericht zum Thema „Entführung aus dem Serail Grab“. Heute nun haben sich die beiden Zeitungen des Landes Sachsen-Anhalt zu Wort gemeldet. Sowohl mit ausführlichen Berichten, als auch mit Kommentaren.
Nun gibt es ja grundsätzlich zwei Möglichkeiten, um so eine Situation zu kommentieren. Zunächst kann man das Kind beim Namen nennen und sich mit der Ursache befassen. Oder man beschäftigt sich mit der Gesamtsituation und fokussiert ironiesierend auf die Reaktion. Letzteres läuft dann meistens darauf hinaus, dass sich die verletzte Partei doch bitte nicht so aufregen möchte und im Sinne zukünftiger konstruktiver Zusammenarbeit eben zurücksteckt. Grundsätzlich ist diese Methode positionierungsfrei – man stellt sich auf keine Seite und befasst sich nicht so sehr mit der Ursache, mit dem was Scheiße gelaufen ist.
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Wahrnehmungsprobleme

Heute bin ich recht früh aufgestanden. Ausgeschlafen konnte man das nicht nennen. Dann war ich in der Uni, allerdings nur um für eine Veranstaltung zu plakatieren. Danach fiel mir im Fachschaftsrat der Spiegel vom 22. März in die Hände. Und weil ich wie gesagt noch nicht ganz so wach war, dachte ich erst es läge an mir – aber es gab wirklich keine Seiten 91 bis 102.
Der Verdacht, jemand habe sie herausgerissen, weil ein interessanter Artikel dringestanden hatte, ließ sich anhand des Inhaltsverzeichnisses auch nicht belegen. Der Flint stellte nämlich recht schnell fest, dass es die Seiten auch dort nicht gibt.
Was also soll das? Kann man beim Spiegel nicht zählen? Oder möchte man größeren Umfang vortäuschen? Aber wenn das der Fall ist, warum dann nicht bei Ausgaben, die nur 150 Seiten haben?
Fragen über Fragen.

Ansichten zu den Academy Awards

Am Sonntag waren bekanntlich die 80. Academy Awards, und die deutschen Zeitungen kommen dank einer unglücklichen Verkettung von Redaktionsschluss und Zeitverschiebung heute erst zu ihrer Nachlese.
Da schreibt die Welt erstmal vom „europäischen Filmpreis“ (12:10 für Europa, heißt es da) und beurteilt die Moderation von Jon Stewart als „blass“. Dazu nimmt die Welt Stewart als Indikator dafür, dass die Oscars immer noch Amerika-zentriert seien, denn schließlich wäre Stewart „im Ausland kaum bekannt“. Nunja. Es mag sein, dass Stewart nicht den Bekanntheitsgrad eines Billy Crystal erreicht hat, aber er ist und bleibt einer der großen der amerikanischen TV-Comedy und beweist in seiner Daily Show Ausgabe für Ausgabe ein gutes Gespür für die Widersprüchlichkeiten Amerikas.
Seine Moderation am Sonntag als blass zu bezeichnen halte ich für verfehlt. Im Gegenteil, im Vergleich mit Ellen DeGeneres im Jahr zuvor bestach Stewart durch seine Zurückhaltung, sorgte aber auch für -den- Oscar-Moment, als er die Tschechin Markéta Irglová noch einmal auf die Bühne holte. Ihre Dankesrede war vom gnadenlosen Zeitmanagement der Oscars abgeschnitten worden (auch weil Glen Hansard ein bisschen lange brauchte) – und wohl zum ersten Mal durfte ein Preisträger, der schon „played off“ war, seinen Dank noch zu Ende bringen.