<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>The Sane Cynic &#187; Sachsen-Anhalt</title>
	<atom:link href="http://sanity.madcynic.com/blog/tag/sachsen-anhalt/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://sanity.madcynic.com</link>
	<description>what separates us from the other dogs is that we bite to teach lessons</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 20:45:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Die Sache mit der Redewendung</title>
		<link>http://sanity.madcynic.com/blog/2011/03/25/die-sache-mit-der-redwendung/</link>
		<comments>http://sanity.madcynic.com/blog/2011/03/25/die-sache-mit-der-redwendung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 16:34:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manchmal frag ich mich]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sanity.madcynic.com/?p=463</guid>
		<description><![CDATA[Am vergangenen Sonntag hat Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag gewählt. Erst am vergangenen Mittwoch fiel mir eine Werbepostkarte eines der Kandidaten in die Hände, zu der ich – auch wenn die Wahl vorbei und der Kandidat in den Landtag eingezogen ist – noch eine Anmerkung (oder zwei) machen möchte. Das Bild der Karte gibt&#8217;s nach dem &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://sanity.madcynic.com/blog/2011/03/25/die-sache-mit-der-redwendung/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Sonntag hat Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag gewählt. Erst am vergangenen Mittwoch fiel mir eine Werbepostkarte eines der Kandidaten in die Hände, zu der ich – auch wenn die Wahl vorbei und der Kandidat in den Landtag eingezogen ist – noch eine Anmerkung (oder zwei) machen möchte. Das Bild der Karte gibt&#8217;s nach dem Sprung. <span id="more-463"></span><div id="attachment_464" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img src="http://madcynic.com/sanity/wp-content/images/2011/03/herbst-300x206.gif" alt="Sören Herbst im Trikot vor dem Landtag" title="Werbekarte" width="300" height="206" class="size-medium wp-image-464" /><p class="wp-caption-text">&quot;Mach et&quot;</p></div></p>
<p>Erstmal eine künstlerisch recht gelungene Karte, die eindeutig mit dem Fußballmotiv spielt &#8211; links der Trainer mit den taktischen Anweisungen für den einzuwechselnden Spieler (hier Sören Herbst von den Grünen), rechts der nadelgestreifte vierte Offizielle mit der Auswechseltafel, die quasi das Jahr anzeigt. Zusammen mit der flutlichtartigen Beleuchtung der Szene ist das ein durchdachtes, ordentliches Motiv. Dazu oben drüber die Aufforderung &#8220;Mach et!&#8221;</p>
<p>Und da kommt jetzt meine Anmerkung. Da in Magdeburg (dort hat Herbst seinen Wahlkreis) eher nicht der rheinische Dialekt gesprochen wird und da die Karte ganz klar an Fußball angelehnt ist, kann mit diesem Satz nur auf jene Szene im DFB-Pokalhalbfinale 1991 anspielen, in der sich der Kölner Spieler Frank Ordenewitz von seinem Trainer die Erlaubnis abholte, einen Platzverweis provozieren zu dürfen. Hintergrund: Ordenewitz hatte just seine zweite gelbe Karte im Wettbewerb gesehen und wäre für das Finale gesperrt gewesen. Seinerzeit gab es aber noch keine gelb-rote Karte: Ein verwarnter Spieler erhielt glatt rot &ndash; und die gelbe Karte wurde gestrichen. Mit dem Platzverweis hätte sich Ordenewitz zwar eine Sperre eingehandelt, die er aber in der Liga hätte absitzen können. Im Pokalfinale, so seine Überlegung, wäre er wieder spielberechtigt.<br />
Da die Autorität des Trainers aber noch etwas galt seinerzeit, besprach der Spieler den Plan mit Kölns Trainer Rutemöller, der sein Einverständnis mit eben den Worten &#8220;Mach et, Otze!&#8221; gab. &#8220;Otze&#8221; schlug den Ball fünf Minuten vor Schluss weg, wurde vom Platz gestellt und alles war super. Nur Rutemöller erzählte vor laufenden Kameras, was man sich da überlegt hatte, und der DFB &ndash; &#8220;not amused&#8221; &ndash; sperrte Ordenewitz und erlegt Rutemöller eine Geldstrafe auf.<sup><a href="http://sanity.madcynic.com/blog/2011/03/25/die-sache-mit-der-redwendung/#footnote_0_463" id="identifier_0_463" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Siehe auch 11freunde.de">1</a></sup></p>
<p>Ob es wirklich so sinnvoll ist, mit dieser Aktion Landtagswahlkampf zu betreiben? Welchen sinistren Plan hat denn Herr Herbst mit seinem Trainer ausgeheckt?<sup><a href="http://sanity.madcynic.com/blog/2011/03/25/die-sache-mit-der-redwendung/#footnote_1_463" id="identifier_1_463" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nein, ich glaube nicht, dass er einen hat, keine Sorge.">2</a></sup> Aber zumindest ist hier ja keine Strafe des DFB zu erwarten. Ironisch ist nur, dass auf der Rückseite, dem informativen Teil der Karte, der Satz zu finden ist: &#8220;Unser Motto ist Fair Play&#8221;. Aber nun, auch Ordenewitz ist schließlich schon mal mit dem Fair Play Award der FIFA ausgezeichnet worden. 1988 war das, vor &#8220;Mach et&#8230;&#8221;</p>
<p>Es bleibt noch zu sagen, dass sich &#8220;Mach et&#8221; auch auf der Rückseite der Karte findet, hier als Aufforderung an den Leser, wählen zu gehen (im Idealfall sicher die Bündnisgrünen). Aber da auch in den Texten der Rückseite die Fußballmetaphorik durchgehalten wird, ist die Verwendung der Redewendung nicht weniger problematisch. Wählen gehen ist schließlich nichts, das gegen den Sportsgeist verstößt, ganz im Gegensatz zu Ordenewitz&#8217; Aktion seinerzeit. </p>
<p>Es gilt also, wie überall, dass man nicht einfach so Redewendungen übernehmen sollte,nur weil sie zu passen scheinen. Ein wenig Recherche zu den Hintergründen sollte drin sein, zumal wenn es um Werbung geht. </p>
<p>Edit: Warum sagt mir eigentlich keiner, dass ich &#8216;nen Tippfehler inner Überschrift habe? Mift.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_463" class="footnote">Siehe auch <a href="http://www.11freunde.de/geschichtsstunde/100590">11freunde.de</a></li><li id="footnote_1_463" class="footnote">Nein, ich glaube nicht, dass er einen hat, keine Sorge.</li></ol>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sanity.madcynic.com/blog/2011/03/25/die-sache-mit-der-redwendung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Auf halbem Weg stehen geblieben</title>
		<link>http://sanity.madcynic.com/blog/2010/05/21/auf-halbem-weg-stehen-geblieben/</link>
		<comments>http://sanity.madcynic.com/blog/2010/05/21/auf-halbem-weg-stehen-geblieben/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 May 2010 09:09:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manchmal frag ich mich]]></category>
		<category><![CDATA[Halle]]></category>
		<category><![CDATA[Magdeburg]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Stadion]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sanity.madcynic.com/?p=367</guid>
		<description><![CDATA[Ja, ich hab gesagt, das Blog ruht erstmal. Aber die Volksstimme hat&#8217;s geschafft, dass ich meine Stille erstmal unterbreche. Heute berichtet die Volksstimme über die Übergabe des Fördermittelbescheids für den Stadionneubau in jedes Magdeburgers Lieblingsstadt Halle. Dabei sind gewisse Ansätze von kritischem Journalismus zu erkennen. Aber leider sind die beiden Autoren auf halbem Wege stehen &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://sanity.madcynic.com/blog/2010/05/21/auf-halbem-weg-stehen-geblieben/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, ich hab gesagt, das Blog ruht erstmal. Aber die Volksstimme hat&#8217;s geschafft, dass ich meine Stille erstmal unterbreche. Heute <a href="http://www.volksstimme.de/vsm/sport/noch_mehr_sport/?sid=cdjsjoht3n6dg7rji91cc5jfb7&#038;em_cnt=1714206&#038;sid=cdjsjoht3n6dg7rji91cc5jfb7">berichtet die Volksstimme</a> über die Übergabe des Fördermittelbescheids für den Stadionneubau in jedes Magdeburgers Lieblingsstadt Halle. Dabei sind gewisse Ansätze von kritischem Journalismus zu erkennen. Aber leider sind die beiden Autoren auf halbem Wege stehen geblieben.</p>
<p>Das Finanzierungsmodell in Halle sieht folgendermaßen aus: Das Land gibt 6 Millionen Euro Fördermittel, die restlichen 11,5 Millionen will die Stadt Halle aufbringen. Ich will jetzt gar nicht auf die Tatsache eingehen, dass der Stadionbau in Magdeburg nur Förderungen der Nebenanlagen erhalten hat &#8211; und die wohl auch nur aus bereits bestehenden Förderprogrammen (z.B. aus einem Förderprogramm zur Anlage von Kunstrasenplätzen, oder der Neubau einer Mehrzweckhalle &#8211; die ja mal gleich gar nichts mit dem Stadionneubau zu tun hat, mit der Ausnahme des Standorts), während in Halle direkt der Bau des Stadions gefördert wird. Ich will auch nicht darauf herumreiten, dass Magdeburg nur 3,75 Millionen von ursprünglich zugesagten fünf Millionen erhalten hat. Worauf ich aber hinaus will, ist: Warum übergibt das Land jetzt den Bewilligungsbescheid? Ursprünglich war aus dem zuständigen Ministerium zu hören, die Stadt Halle solle erst mal ihre 11,5 Millionen absichern, bevor das Land mit dem Scheck vorbeikommt.<br />
Diese 11,5 Millionen will die Stadt Halle aus Grundstücksverkäufen erlösen. Nun ist natürlich eine solche Finanzierung grundsätzlich immer möglich und, wenn man sich die relativ großen Flächen, über die ostdeutsche Gemeinden verfügen, vor Augen hält, ein gangbarer Weg. Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass wir in einer Rezession leben, in der auch der Grundstücksmarkt &#8211; zumindest in den oberen Größenordnungen &#8211; nicht so lebendig ist. So bleibt die Frage, wer diese Grundstücke erwerben soll, eine nach wie vor unbeantwortete &#8211; böse Zungen behaupten gar, das Land solle da als Käufer auftreten.</p>
<p>Merkwürdig bleibt die unterschiedliche Behandlung der Stadionbauprojekte beider Städte allemal. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sanity.madcynic.com/blog/2010/05/21/auf-halbem-weg-stehen-geblieben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Hauptstadtvertrag</title>
		<link>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/11/24/der-hauptstadtvertrag/</link>
		<comments>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/11/24/der-hauptstadtvertrag/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 11:52:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manchmal frag ich mich]]></category>
		<category><![CDATA[Magdeburg]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sanity.madcynic.com/?p=314</guid>
		<description><![CDATA[In der heutigen Volksstimme findet sich ein Bericht über ein Informationspapier der Stadt Magdeburg in der der Fortschritt in Sachen Hauptstadtvertrag mit dem Land Sachsen-Anhalt behandelt wird. Es gibt keinen Fortschritt, sagt die Drucksache. Außerdem enthält sie Betrachtungen zu Hauptstadtverträgen in Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Letztlich endet das Papier mit der Feststellung, die Arbeitsgruppe Hauptstadtvertrag &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/11/24/der-hauptstadtvertrag/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Volksstimme findet sich ein <a href="http://www.volksstimme.de/vsm/saxo/lokalausgaben/magdeburg/?em_cnt=1555122&#038;">Bericht</a> über ein Informationspapier der Stadt Magdeburg in der der Fortschritt in Sachen Hauptstadtvertrag mit dem Land Sachsen-Anhalt behandelt wird. Es gibt keinen Fortschritt, sagt die Drucksache. Außerdem enthält sie Betrachtungen zu Hauptstadtverträgen in Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Letztlich endet das Papier mit der Feststellung, die Arbeitsgruppe Hauptstadtvertrag werde weiterhin bestehen bleiben. </p>
<p>Wieso die Autorin des Volksstimmebeitrags ihren Artikel mit der polemischen Bemerkung &#8220;Mag sein, sie zeitigt in weiteren zwei Jahren nicht mehr als ein weiteres inhaltsarmes Informationspapier.&#8221; schließt, wird wohl nur sie selbst wissen. Jeder, der sich mit dem Land Sachsen-Anhalt und dem Verhältnis zwischen Landesregierung und Landeshauptstadt beschäftigt, wird ahnen, wieso es hier keine Fortschritte gibt. Die Stadt Magdeburg kann den Hauptstadtvertrag schließlich schlecht mit sich selbst abschließen &#8211; und eben da liegt der Hase im Pfeffer. Die Thematik Hauptstadtvertrag spielt <a href="http://www.google.com/search?hl=en&#038;safe=off&#038;q=Hauptstadtvertrag+sachsen-anhalt&#038;start=10&#038;sa=N">augenscheinlich</a> nur bei der Landtagsfraktion der Linken und allgemein auf Seiten Magdeburger Abgeordneter oder Magdeburger Kreisverbände der im Landtag vertretenen Parteien eine Rolle. Statt sich also mit einer Spitze zu verabschieden, hätte es dem Artikel gut getan, hier einmal die andere Seite der Medaille, also die Haltung des Landes zu beleuchten. Stattdessen kommt das Land Sachsen-Anhalt lediglich im ersten Absatz vor, als Teil einer Hypothese.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/11/24/der-hauptstadtvertrag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rudolf II. von Sachsen-Anhalt</title>
		<link>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/03/03/rudolf-ii-von-sachsen-anhalt/</link>
		<comments>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/03/03/rudolf-ii-von-sachsen-anhalt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2009 12:09:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Kurzwort]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sanity.madcynic.com/?p=194</guid>
		<description><![CDATA[Die Archäologen in Sachsen-Anhalt haben offenbar gerade eine Glückssträhne. Nicht nur, dass man Editha fand1, nein, auch in der Lutherstadt Wittenberg wurden die Jungs von Harald Meller nun2 fündig. Dort nämlich fanden Archäologen die sterblichen Überreste von Rudolf II., seiner Frau und seiner Tochter, beide übrigens Elisabeth benamst. Der Kurfürst war 1370 in Wittenberg beigesetzt &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/03/03/rudolf-ii-von-sachsen-anhalt/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Archäologen in Sachsen-Anhalt haben offenbar gerade eine Glückssträhne. Nicht nur, dass man Editha fand<sup><a href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/03/03/rudolf-ii-von-sachsen-anhalt/#footnote_0_194" id="identifier_0_194" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ich schrieb bereits &uuml;ber das Kidnapping">1</a></sup>, nein, auch in der Lutherstadt Wittenberg wurden die Jungs von Harald Meller nun<sup><a href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/03/03/rudolf-ii-von-sachsen-anhalt/#footnote_1_194" id="identifier_1_194" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dies ist ein Bild-Zeitungs-nun, das war n&auml;mlich schon letzte Woche.">2</a></sup> fündig.</p>
<p>Dort nämlich fanden Archäologen die sterblichen Überreste von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_II._(Sachsen-Wittenberg)">Rudolf II.</a>, seiner Frau und seiner Tochter, beide übrigens Elisabeth benamst. Der Kurfürst war 1370 in Wittenberg beigesetzt worden, nun wurde in der ehemaligen Kirche des ehemaligen Franziskaner-Klosters in Wittenberg die Gruft mit seinen sterblichen Überresten entdeckt. Blöderweise waren die aber nicht in Bleisärgen, und so musste der Fund tatsächlich vor Ort präsentiert werden. Eine Zumutung für ein gewisses Landesamt sollte man annehmen, nach dem Verhalten beim Editha-Fund. Man gräbt dort übrigens, weil auf dem Gelände ein Gebäude für Tagungen etc. erbaut werden soll. Nun aber hat der Wirtschaftsminister des Landes, Dr. Reiner Haseloff, erstmal <a href="http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/sachsen_anhalt/?em_cnt=1334004&#038;">zugesichert</a>, das &#8220;Vorhaben, die Grabstätte wiederherzustellen und zugänglich zu machen, umfassend finanziell unterstützen&#8221; (Volksstimme). Weiter wird der Minister gleich mit der Einschätzung des Fundes <a href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&#038;atype=ksArtikel&#038;aid=1235630266159">zitiert</a>: &#8220;Das Grab ist einer der spektakulärsten archäologischen Funde der vergangenen Jahre in Sachsen-Anhalt.&#8221; (Mitteldeutsche Zeitung) Offenbar ist man als Dr. rer. nat., der über die &#8220;Entwicklung von Meßgeräten auf der Basis der linearen Laser-Absorptionsspektrometrie zur empfindlichen Molekülgas-Konzentrationsmessung unter dem Aspekt des Einsatzes in der Umweltkontrolle&#8221; promoviert hat, auch berufen, Einschätzungen zur Wichtigkeit archäologischer Funde zu treffen. Nunja. Auch der Ministerpräsident unterstützt die Präsentation des Fundes in Wittenberg. Und noch ein Zitat des Wirtschaftsministers: &#8220;Wir wollen dort einen Informationspunkt zur Landesgeschichte einrichten&#8221;. Wie die MZ weiter schreibt, solle der &#8220;ähnlich der Arche Nebra&#8221; sein, denn &#8220;mit Rudolf II. habe schließlich die politische Geschichte Sachsen-Anhalts begonnen.&#8221; (MZ)</p>
<p>Hatte ich eigentlich erwähnt, dass der Ministerpräsident in Wittenberg wohnt, und der Wirtschaftsminister bei Wittenberg geboren wurde? Hatte ich erwähnt, dass der Antrag der Stadt Magdeburg, ein geplantes Mittelalterzentrum mit 160.000 Euro zu unterstützen, abgelehnt wurde?</p>
<p>Und was die Geschichte Sachsen-Anhalts angeht, insbesondere die politische, so glaube ich doch, dass der Herr Minister auch hier mal auf Dieter Nuhr hören könnte: Wenn man keine Ahnung hat&#8230;<br />
Das Land Sachsen-Anhalt als einheitliche politische Entität gibt es erst nach 1946. Insofern kann ja nur politische Geschichte gemeint sein, die auf dem Territorium des heutigen Sachsen-Anhalt stattgefunden hat. Allerdings begann diese politische Geschichte nun wahrhaftig nicht mit dem Kurfürsten Rudolf II. Vorher gab es hier schon Kaiser und Könige, Bischöfe und Erzbischöfe. Zu behaupten, diese hätten keinerlei politische Geschichte fabriziert, ist eine Dummheit ohnegleichen. </p>
<p>Mit diesem Auftreten wird wieder einmal die Frage aufgeworfen, ob Mitglieder der Landesregierung, inklusive des Ministerpräsidenten, tatsächlich ein Land vertreten, oder ob es sich hier lediglich um lokalpatriotische Lobbyisten handelt, die ihren Wohn- und Heimatorten möglichst viele Vorteile zuschanzen wollen.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_194" class="footnote">ich <a href="/2009/01/26/wie-man-eine-stadt-vor-den-kopf-stost/">schrieb bereits</a> <a href="/2009/01/27/meinungen-zu-editha/">über das</a> <a href="/2009/02/03/nichts-verstanden/">Kidnapping</a></li><li id="footnote_1_194" class="footnote">Dies ist ein Bild-Zeitungs-nun, das war nämlich schon letzte Woche.</li></ol>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/03/03/rudolf-ii-von-sachsen-anhalt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dopplungen</title>
		<link>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/03/02/dopplungen/</link>
		<comments>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/03/02/dopplungen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2009 19:32:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manchmal frag ich mich]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Uni]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sanity.madcynic.com/?p=196</guid>
		<description><![CDATA[Anfang des aktuellen Jahrhunderts entschloss sich die Landesregierung des Landes Sachsen-Anhalt dazu, die Ausbildung für Gymnasiallehrer in Magdeburg zu beenden und alle Gymnasiallehrer zukünftig nur noch in Halle auszubilden. Im Gegenzug wurden einige Ingenieurstudiengänge in Halle geschlossen. Begleitet wurden diese Maßnahmen von der Forderung, die entsprechenden Lehrkräfte mögen an die jeweils andere Universität im Land &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/03/02/dopplungen/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang des aktuellen Jahrhunderts entschloss sich die Landesregierung des Landes Sachsen-Anhalt dazu, die Ausbildung für Gymnasiallehrer in Magdeburg zu beenden und alle Gymnasiallehrer zukünftig nur noch in Halle auszubilden. Im Gegenzug wurden einige Ingenieurstudiengänge in Halle geschlossen.</p>
<p>Begleitet wurden diese Maßnahmen von der Forderung, die entsprechenden Lehrkräfte mögen an die jeweils andere Universität im Land wechseln. Dies geschah aber nicht in allen Fällen. So gibt es an der Uni Halle auch noch zwei Professoren aus dem Bereich der Ingenieurwissenschaften, die nicht wie ihre Kollegen an andere Fakultäten oder Institute in Halle gewechselt sind, sondern sich im Gegenteil weigern, nach Magdeburg zu wechseln. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung <a href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&#038;atype=ksArtikel&#038;aid=1229853054749">in ihrer heutigen Ausgabe</a>.<br />
Aber das Land hat nun beschlossen, dass es sich doch lohnen könnte, zwei Standorte für die Ausbildung zu haben &#8211; für die Ingenieurausbildung natürlich. Man überlegt die Materialausbildung in Halle wieder aufzunehmen. Als Begründung wird der gestiegene Bedarf an Ingenieuren zitiert. </p>
<p>Dass die Lehrerausbildung in Sachsen-Anhalt auch nicht annähernd den Bedarf zu decken vermag, scheint allerdings nicht zu vergleichbaren Überlegungen zu führen, auch wenn die SPD-Landtagsfraktion zumindest ein <a href="http://www.spd-lsa.de/Wir-informieren/Pressemitteilungen/2008/081114_fischer.htm">Umdenken fordert</a>. Aber so ist das, man fordert die Universität in Magdeburg mehrfach auf, sich ein scharfes Profil zu geben &#8211; und gestattet der Uni Halle, nein, schlägt es ihr sogar vor, eine Konkurrenz aufzubauen. Dass die Uni Halle den Vorstoß <a href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&#038;atype=ksArtikel&#038;aid=1229853055690">begrüßt</a>, ist nicht überraschend. Man findet, dass die an den Hochschulen des Landes (insbesondere an der Hochschule Anhalt) ausgebildeten Bachelor ihren Master in Halle machen können. Stimmt. Das geht ja an einer Hochschule auch nicht. Eine schlechte Nachricht für die Studierenden in den 67 Master-Studiengängen an den Hochschulen des Landes.</p>
<p>Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt, in einem Land, in dem zwischen den beiden Universitätsstandorten von der hauptsächlich aus dem Süden des Landes stammenden politischen Verwaltung keinerlei Unterschiede gemacht werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/03/02/dopplungen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nichts verstanden</title>
		<link>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/02/03/nichts-verstanden/</link>
		<comments>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/02/03/nichts-verstanden/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 17:57:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manchmal frag ich mich]]></category>
		<category><![CDATA[Editha]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Idiotie]]></category>
		<category><![CDATA[Magdeburg]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Respekt]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sanity.madcynic.com/?p=177</guid>
		<description><![CDATA[Letzte Woche Mittwoch gab es die Präsentationspressekonferenz zum Editha-Sarg in Halle. Trotz der unmenschlich frühen Zeit1 war ich auch vor Ort. Zunächst das Wichtige: Fachlich ist gegen die Öffnung des Sargs wohl kaum etwas zu sagen. Nun bin ich kein Experte für Bleikorrosion, aber nach Ansehen des Sargs und der Powerpoint-Präsentation (übrigens gab&#8217;s da auch &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/02/03/nichts-verstanden/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche Mittwoch gab es die Präsentationspressekonferenz zum Editha-Sarg in Halle. Trotz der unmenschlich frühen Zeit<sup><a href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/02/03/nichts-verstanden/#footnote_0_177" id="identifier_0_177" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="schon um 10 Uhr, entsprechend fr&uuml;h musste man aufstehen&amp;#8230;">1</a></sup> war ich auch vor Ort.</p>
<p>Zunächst das Wichtige: Fachlich ist gegen die Öffnung des Sargs wohl kaum etwas zu sagen. Nun bin ich kein Experte für Bleikorrosion, aber nach Ansehen des Sargs und der Powerpoint-Präsentation (übrigens gab&#8217;s da auch ähnliche Probleme wie bei manchem Uni-Vortrag: Aussetzer des Beamers, keine Reaktion auf Mausklick) ist die Argumentation, man habe den Bleisarkophag zunächst sichern müssen, für mich nachvollziehbar und glaubhaft. Das gleiche träfe auf die Stoffe zu, in die die Knochen eingewickelt waren. Kommen wir also zum eigentlichen Problem.</p>
<p><span id="more-177"></span>Da wäre zuvörderst und womöglich am Schwerwiegendsten eine Vereinbarung zwischen der Domgemeinde als Nutzerin des Doms und gewissermaßen ideeller Eigentürmerin und der sachsen-anhaltischen <a href="http://www.dome-schloesser.de/">Stiftung Dome und Schlösser</a> als juristischer Eigentümerin. Die Vereinbarung besagte, nach Auskunft von Domprediger Quast, dass im Rahmen der archäologischen Grabungen im Magdeburger Dom, bei denen es hauptsächlich um die Lage des Vorgängerbaus geht, keine Grabstätten gestört werden. Nun ist es so, wie auch Landesarchäologe Meller bestätigte, dass man zum Zwecke der Lokalisierung des Vorgängerbaus den Kenotaph der Editha verrücken musste &#8211; der steht nämlich exakt über wichtigen Fundamentresten. So beschloss dann die Stiftung in Absprache mit dem Grabungsteameben die Zerlegung des Kenotaphs. Hier schon wurde die Domgemeinde nicht in den Entscheidungsprozess mit einbezogen. </p>
<p>Aber nach ersten Sichtungen des Kenotaphs mittels Endoskopie wurde bald festgestellt, dass der Kenotaph eben nicht leer war. So wurde letztlich nicht nur der Kenotaph geöffnet, sondern auch der Bleisarg entdeckt. Das Problem war nun, dass der Bleisarg bewegt werden musste, er allerdings derart korrodiert war, dass er nicht beschädigungsfrei transportiert werden konnte. Um ihn zu sichern, und insbesondere um den Deckel mit der überaus wertvollen Inschrift zu erhalten, musste der Sarg geöffnet werden. Dennoch hat man auch an dieser Stelle wieder auf die Information der Domgemeinde verzichtet. Nach der Sicherung war der Sarg dann anscheinend stabil genug, um ihn nach Halle transportieren zu können. Hier also wurde der erste schwerwiegende Fehler begangen &#8211; entgegen einer Absprache wurde ein Grab geöffnet. Die Feststellung, man habe ja gar nicht wissen können, dass es ein Grab ist, greift hier zu kurz, denn man hat auch nach der Erlangung dieses Wissens nicht das Gespräch mit der Domgemeinde gesucht.</p>
<p>Gehen wir also in der Chronologie weiter. Der Sarg ist in Halle und wird dort in der Radiologie der Uni-Klinik per MRT gescannt. Die Uni-Klinik ist ein langjähriger Partner des Landesamts für Archäologie und Denkmalpflege und so verwundert es nicht, dass ihre Dienste hier in Anspruch genommen werden. Allerdings kann das Vorhandensein der Radiologie nicht der Grund des Transports nach Halle sein. Denn warum sonst sollte man sich genötigt sehen, darauf hinzuweisen, dass man auch versucht habe mit einem Kollegen der Radiologie in Magdeburg Kontakt aufzunehmen, der sei aber nicht erreichbar gewesen?</p>
<p>Nun ist also der Sarg in Halle und die Radiologie hat ergeben, dass sich darin Knochen befinden: &#8220;mehrere Langknochen und ein Kieferbogen&#8221;, so Meller auf der Pressekonferenz. Der nächste Schritt wäre jetzt die Analyse der Knochen &#8211; diese ist allerdings nicht in Halle vorzunehmen, sondern dazu sollen laut Bericht der <a href="http://www.volksstimme.de/vsm/sonderthemen/streit_um_koenigin_editha/?em_cnt=1314235">Magdeburger Volksstimme</a> Knochen nach Mainz, Kiel und der Kieferbogen nach Bristol verschickt werden. Man hat also den Fund nach Halle gebracht, weil man die Stoffe sichern musste, eine Aufgabe, die zu den schwierigsten in der Archäologie gehört. Nur: Begonnen hat man damit noch nicht. Die Knochen sind nach wie vor in die Stoffen eingehüllt, die mindestens aus dem 16. Jahrhundert stammen, möglicherweise sind aber noch ältere Stoffe vorhanden. </p>
<p>Nun fand man den Bleisarg Mitte November und transportierte ihn an einem Sonnabend, zwar nicht bei Nacht und Nebel, aber wohl doch in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Dom ab und brachte ihn nach Halle. Zu diesem Zeitpunkt waren das Landesamt, die Stiftung Dome und Schlösser, die Domgemeinde &#8211; wohl nur aufgrund der eher zufälligen Anwesenheit des Dompredigers bei der Sargöffnung &#8211;  und das Kultusministerium in Form des Kultusministers informiert. Nicht informiert war die Stadt Magdeburg. Nun ist die Stadt Magdeburg ja auch nicht weiter wichtig, könnte man meinen. Gut, der Dom steht da, aber das ist doch nur Zufall. Allerdings verrät ein Blick auf die <a href="http://www.domgrabungen-md.de/">Seite</a> der &#8220;Archäologischen Grabungen im Dom zu Magdeburg&#8221; eine Auflistung der Partner des Projekts. Und siehe da, dort findet sich auch die Stadt Magdeburg wieder. Allerdings wird sich wohl kaum ein Vertreter der Stadt mit Pinsel, Kelle und Zeichenblock in den Dom hocken und dort persönlich ausgraben, und so verwundert es auch nicht, dass sich die Partnerschaft dann doch eher im Bereich Finanzierung ansiedeln lässt.<br />
Hatte ich erwähnt, dass die Domgemeinde zu Stillschweigen verpflichtet wurde?</p>
<p>Zusammengefasst waren also über den Fund nicht informiert: die Stadt Magdeburg als Partner des Projekts, die evangelische Kirche in Person des Bischofs, die katholische Kirche in Form des Bischofs. Der Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg wurde schließlich im Jahr 2009 informiert, mit einem Brief, der einen &#8220;Postausgangsstempel vom 20.&#8221; Januar trägt. Damit hat der Oberbürgermeister die Information also am selben Tag erhalten wie die Presse &#8211; denn die Pressemitteilung mit der Einladung zur Pressekonferenz trägt das Datum 21. Januar.</p>
<p>Kurze Zusammenfassung: Im Auftrag des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie wird der Sarg mit den mutmaßlichen Überresten Edithas nach Halle überführt, um Untersuchungen durchzuführen. Eine provisorische Sicherung des Sargs erfolgt in situ im Magdeburger Dom, in Halle wird eine Untersuchung mittels MRT durchgeführt, die auch in Magdeburg möglich gewesen wäre. Eine Altersbestimmung der Knochen soll in Kiel, Mainz und Bristol erfolgen. Die Knochen befinden sich immer noch in ihrer Stoffumhüllung aus dem 16. Jahrhundert. Warum also ist der Sarg nach Halle gebracht worden?</p>
<p>Auf der Pressekonferenz verglich Landesarchäologe Meller das Vorgehen mit dem Eintreffen eines Sanitäters am Unfallort. Hier müsse man auch zunächst den Patienten stabilisieren, um ihn zu retten. Der Vergleich hinkt allerdings. Bleibt man beim Rettungssanitäter, dann haben Meller und seine Kollegen den Patienten stabilisiert, ihn dann über Dutzende Kilometer transportiert und über Wochen seinen Angehörigen weder erzählt, dass es einen Unfall gab, noch wo der Patient sich aufhält.</p>
<p>Mittlerweile gibt es eine Zusage des Kultusministers (der sich übrigens nach eigener Aussage nicht hat vorstellen können, dass man einen der Partner nicht informiert hat und deswegen gar nicht auf den Gedanken gekommen ist, hier nachzuhaken), dass Editha wieder nach Magdeburg zurückkehrt, denn sie gehöre einfach dorthin. Recht hat der Mann. Ob aber der gesamte Fund nach Magdeburg zurückkehrt, bleibt offen. In der Braunschweiger Zeitung vom Donnerstag letzter Woche findet sich folgendes Meller-Zitat auf die Frage, ob er ausschließen könne, dass Teile des Fundes in Halle bleiben: &#8220;Weiß ich den schon, ob da nicht was drunter ist, das nur tiefgefrostet zu erhalten ist?&#8221; Da besteht offensichtlich noch Gesprächsbedarf zwischen dem Minister und seinem Amtsleiter.</p>
<p>Insgesamt war auf der Pressekonferenz das Unverständnis Mellers über die Entrüstung zu spüren und auch der Vorwurf, die Medien hätten vom eigentlichen wissenschaftlichen Wert des Fundes gezielt abgelenkt. Auch Minister Olbertz warb darum, sich doch mehr um die Bedeutung des Fundes zu kümmern, als um die Umstände seiner Entdeckung. Verursacht hat diese negative Berichterstattung jedoch nicht eine böswillige Medienlandschaft, sondern ein ungenügendes Gespür für Empfindlichkeiten auf Seiten des Landesamts. Eine Entschuldigung Mellers übrigens, die die Mitteldeutsche Zeitung <a href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&#038;atype=ksArtikel&#038;aid=1229852985025">vernommen haben will</a>, habe ich nicht gehört &#8211; trotz aufmerksamen Zuhörens. Wohl gehört habe ich, dass Meller nicht mit derartigen Reaktionen gerechnet hat. Aber das ist verständlich, schließlich ist der Mann ja erst seit 7 Jahren im Amt, da kann man noch nicht mitbekommen haben, dass es gewisse Reibungspunkte zwischen den beiden großen Städten gibt.</p>
<p>Man darf jedenfalls gespannt sein, wie sich diese Geschichte weiter entwickelt und ob und wie der Fund letztlich nach Magdeburg zurück gelangt. Fürs erste ist aber nach drei Teilen Schluss mit Editha-Blogging.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_177" class="footnote">schon um 10 Uhr, entsprechend früh musste man aufstehen&#8230;</li></ol>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/02/03/nichts-verstanden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Meinungen zu Editha</title>
		<link>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/01/27/meinungen-zu-editha/</link>
		<comments>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/01/27/meinungen-zu-editha/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 11:23:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dat versteh ich nich]]></category>
		<category><![CDATA[Editha]]></category>
		<category><![CDATA[Idiotie]]></category>
		<category><![CDATA[Magdeburg]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[Respekt]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sanity.madcynic.com/?p=164</guid>
		<description><![CDATA[Gestern schrieb ich einen etwas längeren Bericht zum Thema &#8220;Entführung aus dem Serail Grab&#8221;. Heute nun haben sich die beiden Zeitungen des Landes Sachsen-Anhalt zu Wort gemeldet. Sowohl mit ausführlichen Berichten, als auch mit Kommentaren. Nun gibt es ja grundsätzlich zwei Möglichkeiten, um so eine Situation zu kommentieren. Zunächst kann man das Kind beim Namen &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/01/27/meinungen-zu-editha/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern schrieb ich einen etwas <a href="/2009/01/26/wie-man-eine-stadt-vor-den-kopf-stost/">längeren Bericht</a> zum Thema &#8220;Entführung aus dem <span style="text-decoration: line-through;">Serail</span> Grab&#8221;. Heute nun haben sich die beiden Zeitungen des Landes Sachsen-Anhalt zu Wort gemeldet. Sowohl mit ausführlichen Berichten, als auch mit Kommentaren.<br />
Nun gibt es ja grundsätzlich zwei Möglichkeiten, um so eine Situation zu kommentieren. Zunächst kann man das Kind beim Namen nennen und sich mit der Ursache befassen. Oder man beschäftigt sich mit der Gesamtsituation und fokussiert ironiesierend auf die Reaktion. Letzteres läuft dann meistens darauf hinaus, dass sich die verletzte Partei doch bitte nicht so aufregen möchte und im Sinne zukünftiger konstruktiver Zusammenarbeit eben zurücksteckt. Grundsätzlich ist diese Methode positionierungsfrei &#8211; man stellt sich auf keine Seite und befasst sich nicht so sehr mit der Ursache, mit dem was Scheiße gelaufen ist.<br />
<span id="more-164"></span><br />
Die beiden großen Zeitungen im Land erscheinen nun in den beiden großen Städten, die sich ja, wie gestern erwähnt, nicht sonderlich gut verstehen. Nun kann die Stadt Halle als solches nichts für die Vorgänge um Edithas Gebeine, aber dennoch ist es interessant zu sehen, wie die beiden Zeitungen diese Aufgabe lösen.<br />
Unter der Überschrift <a href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&#038;atype=ksArtikel&#038;aid=1229852977390&#038;calledPageId=987490165154">&#8220;Unnötiger Streit&#8221;</a> stellt die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mitteldeutsche_Zeitung">Mitteldeutsche Zeitung (Halle)</a> zunächst fest, dass die beiden Städte kein Traumpaar seien, aber gesunde Konkurrenz nicht schädlich sei. Danach aber kritisiert der Kommentar deutlich das Vorgehen der Verantwortlichen des Landesamts für Archäologie, damit sei dem Landesarchäologen Harald Meller und seinem Amt das Aufwärmen alter Animositäten zwischen beiden Städten &#8220;sehr gut gelungen&#8221;. Die Kommentatorin äußert Verständnis für die in Magdeburg geäußerten Vorwürfe der Arroganz und Respektlosigkeit. Die MZ kommt letztlich zum Schluss, eine Präsentation in Magdeburg wäre die bessere Wahl gewesen, auch wenn &#8220;die Beteiligten wegen fehlender wissenschaftlicher Erkenntnisse mehr gemutmaßt, als gewusst&#8221; hätten.<br />
Hier hat man sich bei der Mitteldeutschen Zeitung also für Variante 1 der Kommentierung entschieden, die Nennung der Ursache eines Streits und Kritik daran.</p>
<p>Wie nun hat die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volksstimme">Magdeburger Volksstimme</a> die Aufgabe der Meinungsäußerung gelöst? Unter der Titelzeile <a href="http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/meinung_und_debatte/kommentar/?em_cnt=1310919&#038;">&#8220;Männer&#8221;</a> findet sich ein leicht ironischer Kurzkommentar, der im wesentlichen auf eines fokussiert: Die Ursache des Streits seien verletzte Eitelkeiten. &#8220;Das Recht auf die erste Präsentation hätte eigentlich den Magdeburger Männern zugestanden&#8221;, schreibt der Kommentator, der &#8220;zufällig&#8221; in Halle sitzende Landesarchäologe habe jedoch nicht widerstehen können und die Editha den Magdeburgern &#8221; ausgespannt – nur für die &#8216;Erstpräsentation&#8217; bitteschön.&#8221;<br />
Hier entsteht der Eindruck, bei der gesamten Angelegenheit gehe es tatsächlich nur um eine Provinzposse, so wie es das Landesamt auch tatsächlich darstellt. Es ist doch bemerkenswert, dass in derselben Zeitung, auf deren Leserbriefseite sich heute nur kritische Stimmen &#8211; selbst aus Halle &#8211; finden, ein Kommentar erscheint, der es nicht fertig bringt, eine Wertung abzugeben. Stattdessen werden beiden Parteien Eitelkeit und Aufmerksamkeitssucht unterstellt, wobei immer mitschwingt, dass die Magdeburger im Zweifelsfall nicht anders gehandelt hätten. Ein traurig Bild, das die Volksstimme hier abgibt &#8211; statt Mut zur Meinung Allgemeinkritik in alle Richtungen, nur nicht in Richtung Verursacher.</p>
<p>Aber kommen wir noch einmal zurück zum Kommentar der Mitteldeutschen Zeitung. Was stand da gleich: &#8221; Womöglich hätten die Beteiligten wegen fehlender wissenschaftlicher Erkenntnisse mehr gemutmaßt, als gewusst.&#8221; Die Magdeburger Volksstimme berichtet heute nämlich auch darüber, dass es in Halle beispielsweise nicht möglich ist, eine Altersanalyse der Knochen durchzuführen &#8211; dies gehe aber laut dem Direktor des Magdeburger Kulturhistorischen Museums, Puhle, beispielsweise in Kiel. Eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Beschleuniger-Massenspektrometrie">AMS-Eildatierung</a> im dortigen Leibniz-Institut der Uni Kiel dauere vier bis fünf Wochen. Nur: </p>
<blockquote><p>Bislang, so das Landesamt Halle auf Nachfrage, sei man an die Knochen aber &#8220;noch nicht herangekommen&#8221;. Materialproben zur Altersanalyse seien noch nicht weitergereicht worden Dies verwundert Puhle. Steht der Sarg doch seit zehn Wochen in der Werkstatt des Landesamtes.</p></blockquote>
<p>Man darf also gespannt sein, was morgen in Halle präsentiert wird. Eine Identifizierung der Knochen jedenfalls wird nicht dazugehören &#8211; und Knochen werden auch nicht zu sehen sein, denn der Magdeburger Bischof <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Noack_(Theologe)">Axel Noack</a> (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Kirche_der_Kirchenprovinz_Sachsen">Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen</a>)forderte in einem Telefongespräch den Chef des Landesamts auf, pietätvoll mit dem Fund umzugehen und eben keine Knochen zu zeigen, und erhielt eine entsprechende Zusicherung.</p>
<p><strong>Update, 20:20 Uhr</strong><br />
Der OB Magdeburgs wird nun doch an der Präsentation teilnehmen. Wie MZ <a href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&#038;atype=ksArtikel&#038;aid=1233072862317">berichtet</a>, habe sich der OB mit dem Leiter des Landesamts geeinigt, dass &#8220;ein zentrales Element aus dem Fund&#8221; noch 2009 wieder im Dom zu sehen sein soll. Konkret soll es dabei um den Deckel des Bleisargs gehen. Meiner persönlichen Ansicht nach &#8220;too little, too late&#8221; &#8211; an Herrn Trümpers Stelle hätte ich wohl nicht teilgenommen.</p>
<p>Nach wie vor ist mir unklar, was dort morgen präsentiert werden soll. Der Leiter des Landesamts, Harald Meller, sagte übrigens, man habe &#8220;Informationen [...] nicht weit streuen wollen, da keiner gewusst habe, ob die Mutmaßungen um Editha gerechtfertigt seien.&#8221; Nun ist es ja ein löbliches Ansinnen, erst dann Fakten zu verkünden, wenn man sie denn hat, aber inwiefern morgen Fakten zur Identität der Toten präsentiert werden sollen, ohne dass eine Altersanalyse stattgefunden hat, bleibt schleierhaft. Aber yours truly wird morgen auch nach Halle fahren und sich das ansehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sanity.madcynic.com/blog/2009/01/27/meinungen-zu-editha/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

