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	<title>The Sane Cynic &#187; Historisches</title>
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	<description>what separates us from the other dogs is that we bite to teach lessons</description>
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		<title>Warum ich Kisch lese</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 12:19:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon immer haben mich Journalisten fasziniert. Damit meine ich jetzt nicht solche, die täglich die Seiten der Zeitungen dieser Welt mit Belanglosigkeiten füllen, sondern solche, die im Night Court sitzen und denen Merkwürdigkeiten auffallen, als fünf Männer dem Haftrichter vorgeführt werden. Solche, die es unverantwortlich finden, Menschen aus dem Militär wegen angeblicher Sicherheitsgefährdung zu entfernen &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://sanity.madcynic.com/blog/2010/02/02/warum-ich-kisch-lese/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon immer haben mich Journalisten fasziniert. Damit meine ich jetzt nicht solche, die täglich die Seiten der Zeitungen dieser Welt mit Belanglosigkeiten füllen, sondern solche, die im Night Court sitzen und denen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Watergate-Affäre">Merkwürdigkeiten</a> auffallen, als fünf Männer dem Haftrichter vorgeführt werden. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Edward_R._Murrow">Solche, die</a> es unverantwortlich finden, Menschen aus dem Militär wegen angeblicher Sicherheitsgefährdung zu entfernen und generell Angriffe gegen die Gewissensfreiheit verurteilen.</p>
<p>Nun ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Erwin_Kisch">Kisch</a> auch ein Journalist gewesen. Einer, der in wahrlich interessanten Zeiten gelebt hat &#8211; wobei ich nicht glaube, dass er es im Sinne des chinesischen Fluchs aufgefasst hat. Kisch ist in Prag geboren, Sohn einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sephardim">sephardischen, deutschsprachigen Familie</a>. Da wird es schon interessant, denn Prag, von dem er viel erzählt, ist seinerzeit eine effektiv zweisprachige Stadt, mit Deutschen und Tschechen und den im erwachenden Nationalismus begründeten Konflikten. Da liegt für mich auch das erste Faszinosum, denn Kisch beschreibt eben ein Prag, das es nicht mehr gibt, mit seinem starken deutschen Einfluss &ndash; wer in Prag mal in einem Antiquariat war, bekommt noch einen guten Eindruck davon, wie stark der deutschsprachige Anteil der Buchleser war, es gibt Unmengen an deutschsprachiger Literatur.<br />
Interessant bei Kisch ist auch die klare Parteinahme für die Armen und Kriminellen in seiner Zeit. Dies umso erstaunlicher, da die Familie Kisch dem Vernehmen nach nicht eben schlecht gestellt war, so dass alle Voraussetzungen zu einem Leben jenseits der Beschäftigung mit Armut, Obdachlosenasylen und Irrenhäusern gelegt waren.<br />
Kisch schrieb in Prag für mehrere Zeitungen, dem Prager Tagblatt und der Bohemia, und zwar als Lokalreporter. Seine Artikel haben einen hochinteressanten Stil, eine &#8220;gute Schreibe&#8221;, der mit viel Augenzwinkern gespickt ist &#8211; mitunter vielleicht für den heutigen Leser zu viel. In diesen frühen Artikeln, die Kisch später umgearbeitet und in Buchform veröffentlichte, ist noch nicht viel von einer politischen Gesinnung per se zu finden, aber seine soziale Gesinnung wird offenbar, zum Beispiel in dem er viele kriminelle Machenschaften durch die Lebensumstände des Täters erklärt und nicht von einer naturgegebenen Bösartigkeit ausgeht.</p>
<p>Im 1. Weltkrieg ist Kisch in Serbien stationiert, wird verwundet, dann an die russische Front verlegt, verwundet, felduntauglich gesprochen und dann als Zensor im ungarischen Gyula eingesetzt. Hier beginnt dann die Ausprägung seiner politischen Ansichten, die sich noch verstärkt, als er ab 1917 dann im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/K.u.k._Kriegspressequartier">k.u.k. Kriegspressequartier</a> arbeitet. Hier hat Kisch dann Kontakt zu kommunistischen Kräften und schlägt sich schnell auf ihre Seite. Kisch nahm in führender Rolle an der Gründung der Roten Garden in Österreich teil und unterstützte diese auch später noch durch seine Arbeit für die Zeitschriften &#8220;Der Freie Arbeiter&#8221; und &#8220;Die Rote Garde&#8221;. Als es letztlich auch in Österreich nicht zur Errichtung einer sozialistischen Republik im kommunistischen Sinne kam, gab Kisch diese Tätigkeit &ndash; auch im Anbesicht sich häufender Angriffe &ndash; auf, wurde aber Mitglied in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Österreichs">Kommunistischen Partei Österreichs</a>. </p>
<p>Hier haben wir dann also das Problem. Kisch war Kommunist. Das ist natürlich ein Problem, nicht nur im Prag oder Berlin der 1920er Jahre, sondern auch später. Aber nicht nur im Umgang mit der Person Kisch, sondern auch im Umgang mit seinen Texten ist diese Einstellung problematisch. Einerseits muss man sich bei Beschreibungen von Vertretern der Republik (ob dies nun die der Weimarer oder die der österreichischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Republik_(Österreich)#Die_Erste_Republik_.281918.E2.80.931938.29">Ersten Republik</a> sind) stets die Frage nach der Beeinflussung des Porträts durch Kischs ideologische Grundhaltung stellen, aber andererseits ist eine derart offene ideologische Grundhaltung eben auch ein Vorteil beim Interpretieren bestimmter Passagen. Mal ganz davon abgesehen, dass der revolutionäre Kommunismus eines Kisch nicht viel mit dem Klischee des Kommunismus zu tun hat, das uns die Sowjetunion hinterlassen hat. Der andere große Teil in Kischs Werk sind seine Reiseberichte. Kisch war mehrfach in der jungen Sowjetunion, in der Mandschurei, in China, Australien, den USA und Mexiko. In England, Belgien und Dänemark ebenfalls, aber die großen Reportagen stammen aus den erstgenannten Ländern. Und hier ist eben auch eine Art der Betrachtung offenbar, die heute nicht nur nicht mehr üblich, sondern in Zeiten der objektiven Neutralität und der Political Correctness sogar verpönt ist. Kisch nimmt Partei, und das klar und deutlich. Ob es die Jungkommunisten sind, die in den islamisch geprägten Sowjetrepubliken die Unterdrückung der Frauen ausmerzen wollen, oder die Gefangenen in den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Tombs">Tombs</a> in New York, die Bergarbeiter in Belgien oder die Chinesen außerhalb des europäischen Viertels in Shanghai. Kischs Reportagen bleiben trotz dieser Parteinahme spannend, interessant und vor allem &ndash; lesbar. Das ist nicht die primitive Propaganda, die man vielleicht schon mal gelesen hat, vom Paradies Kommunismus, sondern eine zwar parteiliche, aber eben nicht unkritische Sicht auf die Verhältnisse.</p>
<p>Ich lese Kisch also, weil er a) gut schreibt, b) über Dinge schreibt, die nicht mehr erlebbar sind und weil c) seine kommunistisch gefärbte Sichtweise dennoch nicht eintönig-dozierend wirkt, sondern Einblicke in Denkweisen gibt, die man heute nur noch schwer verstehen und vermitteln kann.<br />
Ob es wohl eine neue kritische Ausgabe Kischs gibt? Die mir vorliegende zehnbändige Version aus dem Aufbau-Verlag ist noch zu DDR-Zeiten erschienen und leider auch in den Anmerkungen ideologisch gefärbt &ndash; ein Nachteil.</p>
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		<title>Liebe FDP-Bundestagsfraktion</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 12:37:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manchmal frag ich mich]]></category>
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		<description><![CDATA[Meint ihr nicht, dass die Prioritäten hier ein wenig&#8230;daneben sind? Ganz davon abgesehen, dass eine Ausreise aus der Prager Botschaft mit Reisefreiheit ungefähr so viel zu tun hat wie eine V2 mit einer Saturn V (es gibt einen Zusammenhang&#8230;irgendwie), hat doch hauptsächlich die Bevölkerung der DDR den Weg zur Überwindung der deutschen Teilung geebnet. FDP-Pressemitteilung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meint ihr nicht, dass die Prioritäten <a href="http://www.liberale.de/image.php?url=/files/459/1404/source_4a7fded9b333f_reisefreiheit.GIF">hier</a> ein wenig&#8230;daneben sind? </p>
<p>Ganz davon abgesehen, dass eine Ausreise aus der Prager Botschaft mit Reisefreiheit ungefähr so viel zu tun hat wie eine V2 mit einer Saturn V (es gibt einen Zusammenhang&#8230;irgendwie), hat doch hauptsächlich die Bevölkerung der DDR den Weg zur Überwindung der deutschen Teilung geebnet.</p>
<p><a href="http://www.liberale.de/webcom/show_article.php/_c-459/_nr-1275/_p-1/i.html">FDP-Pressemitteilung</a></p>
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		<title>Neulich bei der Rechtschreibprüfung</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 13:36:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man Texte über Literatur schreibt, kommen mitunter ja Namen von Charakteren vor. Da man als kleine Hilfe ja ab und an die Rechtschreibprüfung nutzt, führen diese Charakternamen mitunter zu&#8230;interessanten Vorschlägen. So zum Beispiel hier beim Genitiv des Namens des Vaters von Parzival im gleichnamigen Versepos des Wolfram von Eschenbach. Ein Megaureter ist übrigens &#8220;eine &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/07/14/neulich-bei-der-rechtschreibprufung/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man Texte über Literatur schreibt, kommen mitunter ja Namen von Charakteren vor. Da man als kleine Hilfe ja ab und an die Rechtschreibprüfung nutzt, führen diese Charakternamen mitunter zu&#8230;interessanten Vorschlägen.</p>
<p>So zum Beispiel hier beim Genitiv des Namens des Vaters von Parzival im gleichnamigen Versepos des Wolfram von Eschenbach.<br />
<a class="thickbox" rel="" href='http://madcynic.com/sanity/wp-content/gallery/universitaet/gahmuret.gif' title='Rechtschreibvorschläge für Gahmuret'><img src='http://madcynic.com/sanity/wp-content/gallery/universitaet/thumbs/thumbs_gahmuret.gif' alt='gahmuret' class='ngg-singlepic ngg-center' /></a><br />
Ein Megaureter ist übrigens &#8220;eine angeborene Harnleiter-Missbildung. Sie kann ein- oder beidseitig auftreten. Der Megaureter imponiert durch massive Erweiterung und meist auch vermehrte Schlängelung (als Zeichen einer Längenzunahme).&#8221;<sup><a href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/07/14/neulich-bei-der-rechtschreibprufung/#footnote_0_235" id="identifier_0_235" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wikipedia">1</a></sup> Nicht ganz treffend, der Rechtschreibvorschlag&mdash;und das obwohl man der Rechtschreibprüfung schon den Nominativ-Namen beigebracht hatte.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_235" class="footnote"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Megaureter">Wikipedia</a></li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Wie man eine Stadt vor den Kopf stößt</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 16:44:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>madcynic</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sachsen-Anhalt ist ein merkwürdiges Land. Mittlerweile existiert es in seiner zweiten Inkarnation, aber es hat sich etwas entscheidendes verändert. Von 1946 bis 1952 war die Landeshauptstadt des Landes Halle an der Saale, weil sich das damalige Landesparlament dafür entschieden hatte. Offizielle Begründung waren die starken Zerstörungen der traditionellen Hauptstadt Magdeburg, die daher angeblich nicht in &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/01/26/wie-man-eine-stadt-vor-den-kopf-stost/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Sachsen-Anhalts">Sachsen-Anhalt</a> ist ein merkwürdiges Land. Mittlerweile existiert es in seiner zweiten Inkarnation, aber es hat sich etwas entscheidendes verändert.<br />
Von 1946 bis 1952 war die Landeshauptstadt des Landes <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Halle_(Saale)">Halle an der Saale</a>, weil sich das damalige Landesparlament dafür entschieden hatte. Offizielle Begründung waren die starken Zerstörungen der traditionellen Hauptstadt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Magdeburg">Magdeburg</a>, die daher angeblich nicht in der Lage gewesen wäre, die Funktionen einer Hauptstadt zu erfüllen. Das hat zwar in Sachsen bei der Wahl Dresdens auch niemanden gestört, aber irgendeinen Grund muss es ja geben.<br />
<span id="more-154"></span><br />
Nun sorgte die damalige Entscheidung natürlich für nachhaltige Verstimmung in Magdeburg. Das löste sich dann mit der Gründung der Bezirke in der DDR mehr oder minder in Wohlgefallen auf, denn dann gab es den Bezirk Halle und den Bezirk Magdeburg, und so waren beide Städte Hauptstädte. Mit dem Ende der DDR kam dann die Neugründung des Landes Sachsen-Anhalts und wieder stand man vor der unseligen Hauptstadtfrage. Dieses Mal entschied sich der in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dessau">Dessau</a> zusammengetretene Landtag in einer Abstimmung für Magdeburg als Landeshauptstadt. Die Gründe liegen eigentlich auf der Hand: Mit Ausnahme der 6 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war Magdeburg immer die bedeutendere Stadt im heutigen Sachsen-Anhalt. Dieses Mal waren nun aber die Stadtväter<sup><a href="http://sanity.madcynic.com/blog/2009/01/26/wie-man-eine-stadt-vor-den-kopf-stost/#footnote_0_154" id="identifier_0_154" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="muss man heute eigentlich auch Stadtm&uuml;tter sagen">1</a></sup> in Halle verärgert. Aber bald schon suchten sich die Hallenser andere Namen, um den Bedeutungsverlust zu kompensieren. Man nannte sich ab sofort gern Kulturhauptstadt. Nun ist es natürlich schwer, zwei Städte ob ihrer kulturellen Qualität zu vergleichen, zumal ja beide Städte ähnlich alt sind (Magdeburg erste urkundliche Erwähnung datiert von 805, aus dem Diedenhofener Kapitular; Halles erste urkundliche Erwähnung von 1064, schriftlich erwähnt wird die Stadt aber schon 806 in einer Chronik), aber das hält die Hallenser nicht davon ab, sich als führend auf diesem Gebiet zu fühlen und zu verkaufen.</p>
<p>Zu dieser Ansicht trägt seit einigen Jahren auch die Landespolitik ihr Scherflein bei. Zunächst glänzte das Kultusministerium unter der Leitung des Berliners Jan-Hendrik Olbertz mit der Entscheidung, die Lehrerausbildung (Gymnasium) für Sachsen-Anhalt nur noch in Halle an der Martin-Luther-Universität durchführen zu lassen und die Lehrerausbildung in Magdeburg zu schließen. Mittlerweile stellte sich dann heraus, wie kurzsichtig diese Maßnahme war, denn in Sachsen-Anhalt fehlen jährlich 250 Lehrer&#8230;<br />
Hatte ich eigentlich erwähnt, dass der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jan-Hendrik_Olbertz">Herr Kultusminister Olbertz</a> in Halle studiert, promoviert und habilitiert hat? Und eine Professur hat er dort auch erhalten. Hausberufung nennt man das.</p>
<p>Doch nicht nur in der Ausbildung kann man eine gewisse Bevorzugung der Stadt Halle erkennen, auch wenn es um archäologische Funde geht, wird der Stadt eine Leitfunktion zugesprochen. Zwar befindet sich das so genannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Landesmuseum_für_Vorgeschichte_(Halle)">Landesmuseum für Vorgeschichte</a> in Halle, aber dennoch ist die Konzentration der Funde aus ganz Sachsen-Anhalt eine fragwürdige Strategie &#8211; die mitunter kuriose Blüten treibt. So errichtete das Land Sachsen-Anhalt bis 2007 für <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/1/0,3672,5556225,00.html">rund 10 Millionen Euro</a> ein eigenes Museum für die so genannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Himmelsscheibe_von_Nebra">Himmelsscheibe von Nebra</a> &#8211; und stellt dort seither eine Kopie der Himmelsscheibe aus. Das Original bleibt nach wie vor in Halle ausgestellt.</p>
<p>Doch genug der Vorgeschichte, kommen wir zum eigentlichen Anlass dieses Posts. Die Stadt Magdeburg wurde 929 vom damaligen König Otto dem Großen als Morgengabe verschenkt, an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edgitha">Editha</a>, seine Frau. Als Editha 946 starb, wurde sie im ersten Magdeburger Dom beigesetzt. Später wurde auch Otto dort begraben. Nun ist es aber so, dass der damalige Dom 1207 einem Brand zum Opfer fiel, und die Gräber in die ab 1209 neu errichtete Kathedrale verbracht wurden. Jahrelang nahm man an, Editha sei im Dom begraben, wusste aber nicht genau, wo. Allerdings war man sich recht sicher, dass sich die Gebeine nicht in der Editha zugeordneten Scheingrabstätte, einem so genannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kenotaph">Kenotaph</a> befinden. Im Zuge von archäologischen Untersuchungen im Dom, die hauptsächlich auf die Klärung offener Fragen zum Vorgängerbau abzielen und nicht zuletzt aus Anlass des in diesem Jahr anstehenden 800. Jahrestags des Baubeginns der heutigen Kathedrale stattfinden, wurde auch der Kenotaph geöffnet. Zur Freude der Forscher fand sich darin ein Bleisarg, der laut Inschrift die sterblichen Überreste von Editha enthält. Eigentlich könnte dieser Post hier zu Ende sein, aber ich habe ja nicht umsonst in mehreren Absätzen über das Verhältnis der beiden großen Städte in Sachsen-Anhalt hingewiesen.</p>
<p>Denn nachdem der Sarg im November letzten Jahres gefunden wurde, brachte man ihn nach Halle, ins Landesmuseum für Vorgeschichte. Hier befinde sich das bestausgestattete Labor zur Untersuchung des Fundes, heißt es in einem Artikel der &#8220;<a href="http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/?em_cnt=1310004">Magdeburger Volksstimme</a>&#8221; von heute. Dies wäre ja noch zu akzeptieren, aber was spricht gegen eine Präsentation des Fundes in Magdeburg? Geht man nach dem Pressesprecher des Landesamts für Archäologie, so gibt es einerseits &#8220;konservatorische Gründe&#8221;, die dagegen sprechen (<a href="http://www.lda-lsa.de/aktuelles/meldung/datum/2009/01/21/mutmasslicher_sarg_der_koenigin_editha_im_magdeburger_dom_entdeckt/">Pressemitteilung des Landesamts</a>), aber dem Radiosender <a href="http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/6070474.html">mdr 1 Radio Sachsen-Anhalt</a> sagte er, nur in Halle sei die Sicherheit gewährleistet. </p>
<p>Das kann man ruhig noch einmal lesen: Nur in Halle sei die Sicherheit der Gebeine gewährleistet. Dass Editha, 946 im Magdeburger Dom bestattet, dort immer noch lag, war also nur reines Glück. Auch dass die beiden großen Ausstellungen des Magdeburger Kulturhistorischen Museums zum Heiligen Römischen Reich und zu Ritualen der Macht ohne Verlust oder Beschädigung von Ausstellungsgegenständen abliefen, muss wohl reiner Zufall gewesen sein. Hier handelt es sich offenbar um fadenscheinige Argumente, die vom eigentlichen Sachverhalt ablenken sollen: Man benutzt die Kulturgeschichte Magdeburgs, um die Stadt Halle deutschlandweit in die Schlagzeilen zu bringen.</p>
<p>Aber selbst wenn man sich auf die Argumentation, in Halle sei die Untersuchung des Sargs und seines Inhalts besser möglich als in Magdeburg, so bleibt doch eine letzte Frage zu klären: Die Stadt Magdeburg ist <a href="http://www.domgrabungen-md.de/">Partner der Grabungen</a> im Magdeburger Dom. Warum erfuhren die Vertreter der Stadt erst am 21. Januar von dem Fund, im Gegensatz zu allen anderen Partnern? Wie man es auch dreht und wendet, es bleibt ein Beigeschmack, der die Rivalität zwischen den Städten Magdeburg und Halle sicher nicht gerade verringern wird.</p>
<p>Update: Wie Magdeburgs OB im Radio mitteilte, ist die Stadt Magdeburg auch zur Präsentation eingeladen worden. Allerdings erst Tage, nachdem die Einladung an die Pressevertreter erging (das war am 21. Januar). Die Stadt wird darauf verzichten, nach Halle zu fahren. Und wie der mdr berichtet, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Untersuchungen in Halle nicht mehr in diesem Jahr abgeschlossen werden, Edithas Gebeine also nicht mehr im Jahr des Domjubiläums nach Magdeburg zurückkehren. Ach ja, der Kultusminister war laut mdr über die Vorgänge im Bilde.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_154" class="footnote">muss man heute eigentlich auch Stadtmütter sagen</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Buchbeilage</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Nov 2008 14:32:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gerade lese ich Band 3 der Bantam Edition von Winston Curchills &#8220;Second World War&#8221; &#8211; und gestern fiel mir bei Lesen folgender Werbeprospekt in die Hände. Schon interessant, was man so in Büchern findet. Die beworbende dürfte die revised 14th Edition sein, die von 1933 bis 1974 erschien.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade lese ich Band 3 der Bantam Edition von Winston Curchills &#8220;Second World War&#8221; &#8211; und gestern fiel mir bei Lesen folgender Werbeprospekt in die Hände.<br />
<a class="thickbox" rel="" href='http://madcynic.com/sanity/wp-content/gallery/diverses/encyclopedia-outside-small.jpg' title=''><img src='http://madcynic.com/sanity/wp-content/gallery/diverses/thumbs/thumbs_encyclopedia-outside-small.jpg' alt='encyclopedia-outside-small' class='ngg-singlepic ngg-center' /></a><a class="thickbox" rel="" href='http://madcynic.com/sanity/wp-content/gallery/diverses/encyclopedia-inside-small.jpg' title=''><img src='http://madcynic.com/sanity/wp-content/gallery/diverses/thumbs/thumbs_encyclopedia-inside-small.jpg' alt='encyclopedia-inside-small' class='ngg-singlepic ngg-center' /></a><br />
Schon interessant, was man so in Büchern findet. Die beworbende dürfte die revised 14th Edition sein, die von 1933 bis 1974 erschien. </p>
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		<title>Nostalgie</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Feb 2008 17:00:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[ist wohl in Wolmirstedt ausgebrochen. Naja, oder es war kein Geld da für frischen Putz&#8230;seit 1990. Für einen detaillierteren Blick klicke man aufs Bild.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ist wohl in Wolmirstedt ausgebrochen. Naja, oder es war kein Geld da für frischen Putz&#8230;seit 1990. Für einen detaillierteren Blick klicke man aufs Bild.<br />
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