Tagarchiv Amerika

Des Cynics Wörterbuch, Teil XII

Heute geht das Wörterbuch weiter mit einem Fachbegriff aus der englischen Sprache.
Weauxfing – Substantivierung. Weauxfing bezeichnet den Umstad, dass in jedem sportlichen Wettbewerb das Team, das am meisten von seinen Fans gehypt wird, unweigerlich eine Niederlage einstecken muss.

Gegenteil von Weauxfing ist das Anti-Weauxfing, das die Technik bezeichnet, die Chancen des eigenen Teams kleinzureden, in der Hoffnung, die Weauxfing-Götter zu beeinflussen. Diese Technik funktioniert jedoch nicht in jedem Fall.

Neben dem Weauxfing durch Fans scheint es allerdings auch einen Effekt beim Hypen durch Medien zu geben. Siehe die gefühlten 543 Artikel über Peyton Manning, den perfektesten Quarterback aller Zeiten, und die anschließende Niederlage durch Manning-Fehler im gestrigen Superbowl.

Weitere Informationen gibt es im The Oliver Woofing Theorem FAQ.

Buchbeilage

Gerade lese ich Band 3 der Bantam Edition von Winston Curchills „Second World War“ – und gestern fiel mir bei Lesen folgender Werbeprospekt in die Hände.
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Schon interessant, was man so in Büchern findet. Die beworbende dürfte die revised 14th Edition sein, die von 1933 bis 1974 erschien.

Ansichten zu den Academy Awards

Am Sonntag waren bekanntlich die 80. Academy Awards, und die deutschen Zeitungen kommen dank einer unglücklichen Verkettung von Redaktionsschluss und Zeitverschiebung heute erst zu ihrer Nachlese.
Da schreibt die Welt erstmal vom „europäischen Filmpreis“ (12:10 für Europa, heißt es da) und beurteilt die Moderation von Jon Stewart als „blass“. Dazu nimmt die Welt Stewart als Indikator dafür, dass die Oscars immer noch Amerika-zentriert seien, denn schließlich wäre Stewart „im Ausland kaum bekannt“. Nunja. Es mag sein, dass Stewart nicht den Bekanntheitsgrad eines Billy Crystal erreicht hat, aber er ist und bleibt einer der großen der amerikanischen TV-Comedy und beweist in seiner Daily Show Ausgabe für Ausgabe ein gutes Gespür für die Widersprüchlichkeiten Amerikas.
Seine Moderation am Sonntag als blass zu bezeichnen halte ich für verfehlt. Im Gegenteil, im Vergleich mit Ellen DeGeneres im Jahr zuvor bestach Stewart durch seine Zurückhaltung, sorgte aber auch für -den- Oscar-Moment, als er die Tschechin Markéta Irglová noch einmal auf die Bühne holte. Ihre Dankesrede war vom gnadenlosen Zeitmanagement der Oscars abgeschnitten worden (auch weil Glen Hansard ein bisschen lange brauchte) – und wohl zum ersten Mal durfte ein Preisträger, der schon „played off“ war, seinen Dank noch zu Ende bringen.