Aufbruch ins Ungewisse

Heute begann nun auch für den 1. FC Magdeburg die neue Saison in der ebenso neuen Regionalliga Nordost. Neue Liga, neue Gesichter im Team, neuer Trainer – ein Aufbruch ins Ungewisse für alle Beteiligten.
In der abgelaufenen Spielzeit war der Club bekanntlich auf Platz 18 gelandet und nur aufgrund der Ligareform mit dem Motto aus 3 mach 5 nicht abgestiegen.

In dieser Spielzeit heißt das Saisonziel Nichtabstieg. Genauer gesagt, will man so schnell wie möglich die nötigen Punkte dafür sammeln und dann „können wir über anderes reden“, wie Präsidiumsmitglied Mario Kallnik dem mdr sagte.

Die Ungewissheit wurde durch den Trainer noch etwas verstärkt, indem er es in jedem Vorbereitungsspiel schaffte, alle verfügbaren Spieler einzusetzen und jeweils zur Halbzeit kräftig durchwechselte. So konnte man sich kaum einen Eindruck verschaffen, mit welcher Startelf der Club ins erste Saisonspiel gehen würde.

Anfangsformation des Clubs gegen den VfB Auerbach

Anfangsformation des Clubs gegen den VfB Auerbach

Gegen den Oberligazweiten der Vorsaison, den Vfb Auerbach, brachte Petersen dann das aus der Vorbereitung bekannte 4-4-2 aufs Feld, wobei die Außenspieler bei Ballbesitz konsequent nach vorn rücken und so eine Art 2-4-4 entsteht. Dass diese Formation anfällig ist, wenn der Gegner schnell und direkt nach Ballgewinn kontert, erfuhren Magdeburgs Innenverteidiger Hackenberg und Friebertshäuser unmittelbar nach Anpfiff. Während die Fans gerade „Keiner wird es wagen, unseren FCM zu schlagen“ skandierten, landete der Ball fast zum ersten Mal im Magdeburger Tor. Aber eben nur fast. Dennoch dauerte es bis zur 15. Minute, bevor die Gastgeber sich stabilisiert hatten und der VfB Auerbach seinerseits in der Defensive gebunden war. Besonders das Dreieck Butzen-Kurth-Moslehe entwickelte Druck nach vorn, aber die Flanken fanden noch zu selten ihr Ziel. Erkennbar war jedoch ein deutlicher Fokus auf flache, kurze Pässe, was eine willkommene Abkehr vom lang und weit der letzten Saison darstellte.

Erschwert wurde die Aufgabe der Magdeburger durch die – zu erwartende – defensive Grundhaltung der Auerbacher, die auch gern mal mit 9 Mann hinterm Ball standen und abwarteten, was dem Club nun einfallen würde. Aus der defensiven Grundhaltung resultierten auch zahlreiche Einwürfe für die Elbestädter, da sich der Gast oft aufs Wegschlagen des Balls beschränkte. In der 23. Minute lag der Ball dann doch im Auerbacher Tor. Nach einem Einwurf legte Beil von der Grundlinie zurück in die Strafraummitte, wo Koschwitz einen Kullerball produzierte, der letztlich im langen Eck zur umjubelten Magdeburger Führung landete.
Allerdings brachte das Tor nicht mehr Spielkontrolle. Der Club weiterhin immer mal wieder unter Druck, weil insbesondere Hackenberg im direkten Zweikampf am Mann mitunter nicht sonderlich gut aussah. In der 39. Minute hätte Koschwitz für die beruhigende Zweitoreführung sorgen können, als er nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Kurth frei vor Auerbachs Torhüter Oliver Dix stand, den Ball aber nur auf den Mann und nicht ins Tor brachte. So blieb es dann beim knappen 1-0-Vorsprung, den man in Anbetracht der verschlafenen Anfangsphase glücklich nennen kann.

Nach der Halbzeit beginnt der Club wie die Feuerwehr, erspielt sich innerhalb der ersten Viertelstunde so viele Chancen wie in der vergangenen Saison in drei Spielen, allein weder Sowislo (vorbei) noch Moslehe (schießt zweimal den Torwart an) konnten den Ball unterbringen. Kurz danach trifft Sowislo dann doch, aber der Schiedsrichter entschied auf Abseits. Dann wechselte Petersen zum ersten Mal, nahm Sowislo und Beil runter, dafür kamen Viteritti und Krieger. Ersteres stand dann auch kurz darauf im Mittelpunkt, als ein Konter über Moslehe und Viteritti läuft, Viterittis Pass aber noch leicht abegelenkt wird, so dass Reinhard ihn nicht mehr erreicht.
In der 74. liegt Viteritti dann im Strafraum, doch Reinhard verschießt den fälligen Elfmeter. Danach stellt Petersen auf ein System mit einer Spitze um, doch der Club hat völlig den Faden verloren, so dass Auerbach immer wieder zu Chancen kommt und Tischer immer wieder retten muss. Nach 48 Minunten 38 Sekunden ist dann aber die zweite Hälfte zu Ende.
Der 1. FC Magdeburg gewinnt vor 7899 Zuschauern sein erstes Heimspiel der neuen Saison. Gute Ansätze waren ebenso erkennbar wie alte Probleme. Allerdings wird die Innenverteidigung in dieser Form wohl nicht allzu häufig zusammenspielen, da der momentan verletzte Nennhuber wohl einen der beiden heutigen Vertreter ersetzen wird, wenn er wieder fit ist.
Für den Club steht zudem erst einmal der Landespokalauftritt in Schönebeck ins Haus, bevor es dann am 24. August zum FC Carl Zeiss nach Jena geht.

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