Auswandern

Blickt man sich vor den Bundestagswahlen in der politischen Landschaft um, wird man über kurz oder lang von einer Depression befallen.
Da gibt es einen Innenminister, der immer mal wieder Ideen hat, wie man doch das Grundgesetz oder andere lustige demokratische Einrichtungen verändern könnte, um mehr Sicherheit zu erlangen. Da gibt es eine Familienministerin, die lieber Stoppschilder aufstellt, als tatsächlich etwas gegen Kinderpornographie im Netz zu tun. Da gibt es Polizisten in Berlin, die statt ihre Dienstnummer herauszurücken lieber denjenigen schlagen, der danach fragt.
Dann gibt es Parteien, die sich entschließen, ihr Programm nicht durchzugendern – und dafür von angeblich progressiven Kräften angegangen werden. Dann gibt es Vize-Vorsitzende von Parteien, die ein Interview geben und dafür von großen Teilen der so genannten Blogosphäre und der Medien (zumindest von den interessierten) Prügel beziehen, aber nicht für die Inhalte des Interviews, sondern für die Zeitung, der sie das Interview gegeben haben.

Quo vadis, politische Kultur?
Bleibt eigentlich nur auswandern. Am besten nach China – da weiß man, was man kriegt.

7 Reaktionen auf Auswandern

  1. Also wirklich, wer wird denn gleich so pessimistisch sein. Unserem Grundgesetzt geht es doch noch…nunja…also…hmm…wie wäre es mit…ne, auch nicht…äh…welchen Teil von China nehmen wir?

  2. Du hast übrigens in Bezug auf die politische Kultur vergessen zu erwähnen, dass Google den „Experten“-Antworten vorzuziehen ist. Bzw. die „Experten“ auf Google verweisen…

  3. Zumindest würde einen in China soetwas zumindest nicht wundern: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31152/1.html

    Traurig, traurig.

  4. Schön schön. Nicht zu vergessen, dass der Herr Bundesschäuble folgendes nun auch gekippt hat.

    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1681422_Innenministerium-kippt-Novelle-zur-Freigabe-geheimer-Akten.html

    Der aktuelle Beschluss ist nun beim BMI bzw. über den Bundestag einsehbar.

  5. Ich bin ja schon draußen, aber ich frag mich immer wieder, ob ich nicht zu dicht an dem Wahnsinn dran bin, der da abgeht…