Antwort vom DFB

Am Montag schrieb ich einen Beitrag zu meiner Meinung nach missverständlichen Äußerungen des DFB-Sportdirektors Matthias Sammer. Gleichzeitig schrieb ich auch eine nur in Nuancen veränderte Mail an den DFB mit der Bitte um Klarstellung. Gestern abend erreichte mich nun die Antwort des DFB. Da ich bereits in der ersten Mail darauf hinwies, dass der Inhalt zeitgleich hier publiziert wird, veröffentliche ich jetzt auch mal die Antwort.

Sehr geehrter Herr Z.,

Sie interpretieren die Aussagen des DFB-Sportdirektors Matthias Sammer in diesem Zusammenhang falsch. Zudem ist es einer einzelnen Person gar nicht möglich, in dieser Art in das Lizenzierungsverfahren einzugreifen. Ihre Vorwürfe und Verdächtigungen sind aus der Luft gegriffen.

Interessanterweise erreichen uns häufig Beschwerden, dass sich Matthias Sammer zu wenig für den Fußball im Osten einsetzen würde.

Am Ende hat es eben doch jeder Verein erstmal selbst in der Hand…oder besser gesagt auf dem Fuß.

Mit freundlichen Grüßen

DFB-Pressestelle

Da ich mit dieser Antwort nun nicht wirklich zufrieden bin – schließlich hat die Pressestelle das wichtige hübsch umkreist, konnte ich gar nicht anders – ich musste noch einmal nachfragen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Anfrage. Ich muss allerdings zunächst einmal klarstellen, dass es sich bei meiner Anfrage weder um einen Vorwurf noch um eine Verdächtigung handelte, sondern um die Bitte um eine Stellungnahme. Da Sie ja selbst schreiben, eine einzelne Person könne gar nicht „in dieser Art in das Lizenzierungsverfahren“ eingreifen, stellt sich mir allerdings weiterhin die Frage, worin die Hilfe von Matthias Sammer für Dynamo Dresden denn nun besteht, die er in dem von mir zitierten Beitrag meint.

Konkret:
1. Was meint Matthias Sammer, wenn er sagt, er könne dem Verein Dynamo Dresden „nicht mehr“ helfen?
2. Hat Matthias Sammer dem Verein Dynamo Dresden in der Vergangenheit geholfen?
3. Wäre es nicht problematisch, wenn ein Mitglied der Sportlichen Leitung des nationalen Verbandes einem einzelnen Verein unter die Arme greift, obwohl die Aufgabe des nationalen Verbandes doch sicher die Förderung des Fußballsports in seiner Gesamtheit ist?

Es ist in der Tat schade, dass Sie oftmals Beschwerden erreichen, Herr Sammer würde sich nicht genug für den Fußball im Osten einsetzen. Das ist, so wie ich das DFB-Organigramm verstehe, allerdings ja auch gar nicht seine Aufgabe, sondern wäre die Aufgabe des gesamten Deutschen Fußball-Bunds.

Mal sehen, was da jetzt kommt.

Es kam das folgende:

Sehr geehrter Herr Z.,

Sie sprechen in ihrem ersten Schreiben von einem „merkwürdigen Bild“. Deshalb haben wir von „Verdächtigungen“ gesprochen. Davon abgesehen geben wir gerne ein Statement ab – was wir ja auch in der vergangenen Mail getan haben.

Matthias Sammer hat u.a. das Sportgymnasium Dresden besucht. Anbei senden wir Ihnen eine Link über eine Ehrung, die Matthias Sammer als Repräsentant des DFB vorgenommen hat.

http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid]=15769&tx_dfbnews_pi1[sword]=Sammer%20Dresden&tx_dfbnews_pi4[cat]=121

Dass jeder eine Biografie hat, so wie Sie auch Ihre Herkunft und Ihre Kultur haben, ist doch ganz normal. Und dass Matthias Sammer eben aus Dresden stammt, und dort in seinen Jahren beim DFB zwei oder maximal drei Termine gemacht hat, ist schlicht normal.

Ansonsten geben wir Ihnen in jedem Punkt recht – es geht um die Förderung des Fußballsportes insgesamt.

Mit freundlichen Grüßen

DFB-Pressestelle

Tja, was soll man dazu sagen? Konkrete Fragen, auf die gar nicht eingegangen wird…man könnte es beredtes Schweigen nennen.

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