Monatsarchiv: März 2009

Winterschlaf

Oder so ähnlich. Zwar gibt es gerade hinreichend viele Dinge, über die sich aufzuregen zu schreiben lohnt, aber ich muss gerade Zeug fürs Studium machen, da issat nich drin.

Hiatus

Writing papers, cannae blog.

Rudolf II. von Sachsen-Anhalt

Die Archäologen in Sachsen-Anhalt haben offenbar gerade eine Glückssträhne. Nicht nur, dass man Editha fand1, nein, auch in der Lutherstadt Wittenberg wurden die Jungs von Harald Meller nun2 fündig.

Dort nämlich fanden Archäologen die sterblichen Überreste von Rudolf II., seiner Frau und seiner Tochter, beide übrigens Elisabeth benamst. Der Kurfürst war 1370 in Wittenberg beigesetzt worden, nun wurde in der ehemaligen Kirche des ehemaligen Franziskaner-Klosters in Wittenberg die Gruft mit seinen sterblichen Überresten entdeckt. Blöderweise waren die aber nicht in Bleisärgen, und so musste der Fund tatsächlich vor Ort präsentiert werden. Eine Zumutung für ein gewisses Landesamt sollte man annehmen, nach dem Verhalten beim Editha-Fund. Man gräbt dort übrigens, weil auf dem Gelände ein Gebäude für Tagungen etc. erbaut werden soll. Nun aber hat der Wirtschaftsminister des Landes, Dr. Reiner Haseloff, erstmal zugesichert, das „Vorhaben, die Grabstätte wiederherzustellen und zugänglich zu machen, umfassend finanziell unterstützen“ (Volksstimme). Weiter wird der Minister gleich mit der Einschätzung des Fundes zitiert: „Das Grab ist einer der spektakulärsten archäologischen Funde der vergangenen Jahre in Sachsen-Anhalt.“ (Mitteldeutsche Zeitung) Offenbar ist man als Dr. rer. nat., der über die „Entwicklung von Meßgeräten auf der Basis der linearen Laser-Absorptionsspektrometrie zur empfindlichen Molekülgas-Konzentrationsmessung unter dem Aspekt des Einsatzes in der Umweltkontrolle“ promoviert hat, auch berufen, Einschätzungen zur Wichtigkeit archäologischer Funde zu treffen. Nunja. Auch der Ministerpräsident unterstützt die Präsentation des Fundes in Wittenberg. Und noch ein Zitat des Wirtschaftsministers: „Wir wollen dort einen Informationspunkt zur Landesgeschichte einrichten“. Wie die MZ weiter schreibt, solle der „ähnlich der Arche Nebra“ sein, denn „mit Rudolf II. habe schließlich die politische Geschichte Sachsen-Anhalts begonnen.“ (MZ)

Hatte ich eigentlich erwähnt, dass der Ministerpräsident in Wittenberg wohnt, und der Wirtschaftsminister bei Wittenberg geboren wurde? Hatte ich erwähnt, dass der Antrag der Stadt Magdeburg, ein geplantes Mittelalterzentrum mit 160.000 Euro zu unterstützen, abgelehnt wurde?

Und was die Geschichte Sachsen-Anhalts angeht, insbesondere die politische, so glaube ich doch, dass der Herr Minister auch hier mal auf Dieter Nuhr hören könnte: Wenn man keine Ahnung hat…
Das Land Sachsen-Anhalt als einheitliche politische Entität gibt es erst nach 1946. Insofern kann ja nur politische Geschichte gemeint sein, die auf dem Territorium des heutigen Sachsen-Anhalt stattgefunden hat. Allerdings begann diese politische Geschichte nun wahrhaftig nicht mit dem Kurfürsten Rudolf II. Vorher gab es hier schon Kaiser und Könige, Bischöfe und Erzbischöfe. Zu behaupten, diese hätten keinerlei politische Geschichte fabriziert, ist eine Dummheit ohnegleichen.

Mit diesem Auftreten wird wieder einmal die Frage aufgeworfen, ob Mitglieder der Landesregierung, inklusive des Ministerpräsidenten, tatsächlich ein Land vertreten, oder ob es sich hier lediglich um lokalpatriotische Lobbyisten handelt, die ihren Wohn- und Heimatorten möglichst viele Vorteile zuschanzen wollen.

  1. ich schrieb bereits über das Kidnapping []
  2. Dies ist ein Bild-Zeitungs-nun, das war nämlich schon letzte Woche. []

Dopplungen

Anfang des aktuellen Jahrhunderts entschloss sich die Landesregierung des Landes Sachsen-Anhalt dazu, die Ausbildung für Gymnasiallehrer in Magdeburg zu beenden und alle Gymnasiallehrer zukünftig nur noch in Halle auszubilden. Im Gegenzug wurden einige Ingenieurstudiengänge in Halle geschlossen.

Begleitet wurden diese Maßnahmen von der Forderung, die entsprechenden Lehrkräfte mögen an die jeweils andere Universität im Land wechseln. Dies geschah aber nicht in allen Fällen. So gibt es an der Uni Halle auch noch zwei Professoren aus dem Bereich der Ingenieurwissenschaften, die nicht wie ihre Kollegen an andere Fakultäten oder Institute in Halle gewechselt sind, sondern sich im Gegenteil weigern, nach Magdeburg zu wechseln. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe.
Aber das Land hat nun beschlossen, dass es sich doch lohnen könnte, zwei Standorte für die Ausbildung zu haben – für die Ingenieurausbildung natürlich. Man überlegt die Materialausbildung in Halle wieder aufzunehmen. Als Begründung wird der gestiegene Bedarf an Ingenieuren zitiert.

Dass die Lehrerausbildung in Sachsen-Anhalt auch nicht annähernd den Bedarf zu decken vermag, scheint allerdings nicht zu vergleichbaren Überlegungen zu führen, auch wenn die SPD-Landtagsfraktion zumindest ein Umdenken fordert. Aber so ist das, man fordert die Universität in Magdeburg mehrfach auf, sich ein scharfes Profil zu geben – und gestattet der Uni Halle, nein, schlägt es ihr sogar vor, eine Konkurrenz aufzubauen. Dass die Uni Halle den Vorstoß begrüßt, ist nicht überraschend. Man findet, dass die an den Hochschulen des Landes (insbesondere an der Hochschule Anhalt) ausgebildeten Bachelor ihren Master in Halle machen können. Stimmt. Das geht ja an einer Hochschule auch nicht. Eine schlechte Nachricht für die Studierenden in den 67 Master-Studiengängen an den Hochschulen des Landes.

Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt, in einem Land, in dem zwischen den beiden Universitätsstandorten von der hauptsächlich aus dem Süden des Landes stammenden politischen Verwaltung keinerlei Unterschiede gemacht werden.

1. FC Magdeburg vs Stark

This is the comment that appeared on the most important fan site after Magdeburg’s match against SV Babelsberg 03 on Saturday, refereed by controversial FIFA referee Wolfgang Stark. As Magdeburg begin 2009 with a tough schedule, playing the other top 4 teams in the first three matches, tensions were high at Stadion Magdeburg.

After kickoff on Saturday, Magdeburg immediately seized control of the game, dominating Babelsberg at will, and subsequently scored the lead off a Watzka freekick with just 8 minutes gone. However, Stark and his linesmen judged the goal to be offside – a blatant error, as it was easy to see that the ball had been deflected by Babelsberg’s N’Diaye. After making the call, Stark went over to his assistant, but upheld his decision. Both men had an excellent, unobstructed view on the action. Magdeburg kept up the pressure, but could not score, despite great opportunities. Vujanovic’s freekick only hit the post and Watzka’s direct volley went right onto Babelsberg’s keeper. Thus, with assistance from the referee, Babelsberg and Magdeburg went into the dressing rooms with no goals between them.

Nothing changed in the second half, Magdeburgcontinuing their attacks and eventually scored a goal that not even the referee could take away, when Brendel hammered the ball home with a beautiful dropkick from 20 yards out. After the goal, Babelsberg changed their tactics, attacking relentlessly – and here Magdeburg made the mistake to ease their pressure. They were now pushed back to their own box more and more often, and everyone could feel the equalizer coming. Then new signing Bauer mistimed a pass to Brendel in midfield and left Magdeburg wide open to a counter-attack. Captain Daniel Rosin was able to stop the Babelsberg attack, but at the expense of a somewhat dubious penalty. Rosin slid into the attacker, and while not playing the ball, he also did not significantly touch the attacking player who went down nonetheless. Stark waved away the protests, but it was again N’Diaye who would be in the center of things. Before the kick had been taken, N’Diaye had already entered the box, causing Stark to have the penalty retaken – and this time Beer saved the kick.
Whoever had hoped that this would have been warning enough for the Magdeburg players not to let Babelsberg anywhere near the penalty area was soon diappointed however. Babelsberg’s attacks continued unabated and after a throw-in, when the ball had already been cleared out of the box, Stark’s whistle was heard again. With horror the stadium realized that he had given another penalty. The culprit had been Magdeburg’s Racanel, or so Stark said. Racanel had cleared the ball, but a Babelsberg player managed to jump into the way of his leg and be caught. Racanel and his teammates could not believe this decision, but it stood and Babelsberg equalised.
Magdeburg’s final attacking moves led to nothing but another Vujanovic shot bouncing off the post.

Stark would not take questions from reporters after the match, because he „has to get his plane“. Thank you.

The other weekend results only added to the misery, with Kiel beating Cottbus, after being a goal down until the 86th minute and Halle winning in Wilhelmshaven. Next week, Magdeburg travel to their arch rivals, doubtlessly hoping to be the first team to beat them in this season.

Line-ups:
1. FC Magdeburg: Beer – Bankert, Wejsfelt, Rosin, Probst (46′ Zander) – Brendel (78′ Matthias), Bauer, Racanel, Watzka – Vujanovic, Braham
SV Babelsberg 03: Unger – Surma (52. Oumari), Weidlich, Moritz, Müller (60. Lange), Frahn, Prochnow, Ergirdi (60. Hartwig), Civa, N’Diaye, Laars

Scoring summary:
51′ Brendel 1-0
67′ Beer saves Moritz‘ penalty
82′ Frahn 1-1

Attendance:
12,042

Match video can be found at the mdr site.