Monatsarchiv: September 2008

Und darum ist PC blöd…

Eins meiner absoluten Lieblingsspiele ist auch 14 Jahre nach seinem Erscheinen Sid Meier’s Colonization. Das hat jetzt gerade eine Neuauflage erlebt, und im Zuge dessen hat ein Blogger beim amerikanischen Magazin Variety mal wieder gezeigt*, wozu Political Correctness führen kann, wenn man nicht weiß, wo man besser aufhört.

In essence sagt dieser Autor, dass weil Kolonisierung immer ein rassistischer und böser Vorgang war, alle Spiele, die dieses Konzept beinhalten, auch rassistisch und böse sind…nein, halt. Genau das tut er nicht: Er behauptet: Colonization ist rassistisch und böse. Andere Spiele sind offensichtlich nicht Thema der Debatte. Aber die Frage ist doch: Wenn Colonization, mit seiner abstrahierten Darstellung geschichtlicher Vorgänge schon böse ist, ist dann nicht auch Civilization böse? Die Antwort kann eigentlich nur „ja“ lauten. Folgt man dem Gedankengang weiter, so wird schnell klar, dass realistische Darstellungen, sowohl in Computerspielen als auch in Filmen u.ä. erst recht böse sein müssen.

In der Konsequenz kann man also kein historisches Ereignis als Vorlage für irgendeine Art Kunstwerk nehmen, nicht für Filme, nicht für PC-Games oder Bücher, denn letztlich wird man entweder etwas abstrahieren und dabei vereinfachen, einseitig darstellen oder am Ende gar noch Figuren auftreten lassen, die womöglich politisch nicht korrekte Ideologien oder Meinungen vertreten.

Hier also ist der Moment, in dem man sagen muss: Stopp. Politische Korrektheit nützt in der Darstellung historischer Zusammenhänge niemandem. (Inwieweit PC überhaupt nützlich ist, ist eine komplizierte Debatte, an der ich mich ungern beteiligen möchte.) Ein Computerspiel oder ein Film, die das Kolonialzeitalter behandeln, sind nicht grundsätzlich böse, genausowenig, wie alle 4X-Strategiespiele böse sind.

*Unbedingt auch die Kommentare lesen, in denen recht deutlich Stellung bezogen wird.

Ich bin gerade auf dem Weg

„in die Arbeit“ erklang es heute neben mir in der Straßenbahn. Ganz klar keine Magdeburgerin, so viel war mir sofort klar. Allerdings war und ist mir immer noch unklar, wie die Magdeburger Formulierung dafür wäre.
Der Magdeburger an sich ist ja auch nicht „bei der Arbeit“, wenn er am Arbeitsplatz ist, dann ist er „auf Arbeit“. Grammatikalisch sicher nicht ganz einwandfrei, aber durchaus verständlich. Nur, wie beschreibt der Magdeburger den Vorgang des Hinbewegens zum Arbeitsplatz? Weiß das wer? Hilfe.

Wie ich es gemerkt habe

Das Altern merkt man ja an verschiedenen Dingen. Manche stellen plötzlich fest, dass ihnen Haare aus den Ohren wachsen, andere stellen das auch fest und kurz darauf bemerken sie, dass ihre Kopfhaut doch schon recht gut zu sehen ist.
Ich merke das Altern eigentlich daran, dass mittlerweile Leute in den Charts Platz 1 belegen, die jünger sind als ich. Ich glaub, das erste Mal wurde mir das bei Avril Lavigne klar, auch wenn die nicht notwendigerweise die erste Künstlerin/der erste Künstler war, bei dem sich das so verhielt.
Auch die Tatsache, dass mittlerweile doch der ein oder andere deutsche Nationalspieler jünger ist als ich, ist in der Beziehung ne echte Merkhilfe.

Datenschutz mal anders

Während es ja an meiner Lieblingsuniversität schon mal Probleme mit dem Datenschutz gab, hatte ich heute ein etwas anderes Erlebnis.
Für einen mittlerweile in Berlin lebenden Freund holte ich, mit einem vorausgefüllten Formular und einer Vollmacht bewaffnet, einige Unterschriften ein, um seine Exmatrikulierung abzuschließen. Dafür braucht man hier Unterschriften des Studentenrats (alle Sozialdarlehen zurückgezahlt?), der Universitätsbibliothek (alle Bücher abgegeben?), des Pförtners (alle Schlüssel wieder zurückgegeben?) und des Prüfungsamts der jeweiligen Fakultät. Bei den drei erstgenannten Stellen interessierte sich niemand für meine Identität oder die Vollmacht, da bekam ich die Unterschriften einfach so. Im Prüfungsamt musste ich mich dann allerdings ausweisen. Aber dennoch bleibt die Frage: Was ist eigentlich, wenn das im Prüfungsamt mal jemand vergisst? Kann man dann einfach so jeden Studenten, von dem man einige grundlegende Daten kennt, exmatrikulieren?
Morgen geb ich den Antrag ab, mal sehen, ob man da nochmal meine Identität verifiziert…

Update: Ja, bei Abgabe war noch ne Verifikation erforderlich. Immerhin.

Ouch…that hurt

On Saturday, there was yet another home game that I’d rather not have witnessed, but what can you do…
Magdeburg met Halle, in the first league match in two years. And despite the improvement visible in parts in a Saxony Anhalt Cup match in Eisleben (FCM won 1-0) and even more visible in the actual match, Magdeburg lost and has now not won in 9 home games in a row (last victory was in March vs SC Verl).
The game itself got off to a good start, with Magdeburg taking the lead after 21 minutes. However, this did not exactly give them the confidence needed to secure the win. And when 15 minutes later Bundesliga referee Kempter incorrectly ruled Braham offside and thus his goal as well, Magdeburg became visibly confused. This confusion was jumped upon by the Halle offense who sliced Magdeburg wide open with two counter-attacks to score two goals, turning the game.
In the second half Magdeburg tried hard to come back, but their moves were too complicated and thus the result was unchanged at the end. A very disappointing the derby no. 60. Magdeburg slipped to a relegation spot and it is difficult to see things turning around soon, however, this time defeat did not come from playing badly as in the previous two league matches, but rather from an inefficacy and not quite so great refereeing.

Lineups:
1. FC Magdeburg: Beer – Bankert, Zander, Grundmann (78′ Reimann), Neumann – Watzka, Rosin, Racanel, Dragusha (82′ Matthias)- Vujanovic, Braham

Hallescher FC: Horvat – Schubert, Lachheb, Kamalla, Benes – David, Görke, Kittler (88′ R.
Stark), Kanitz – Kunze (78′ Finke) – Hebestreit (93′ Beck)

Scoring summary:
21′ Braham 1-0
42′ David 1-1
44′ David 1-2

Attendance: 11981

Sterblich sind wir alle

Gestern abend las ich wieder einmal Tom Stoppards Bühnenstück „Rosencrantz and Guildenstern Are Dead„. Dort fragt sich Rosencrantz im 2. Akt:

Whatever became of the moment when one first knew about death? There must have been one, a moment, in childhood when it first occured to you that you don’t go on for ever. It must have been shattering–stamped into one’s memory. And yet I can’t remember it.

Das ist in der Tat eine interessante Fragestellung. Rosencrantz schließt mit der Feststellung, man müsse ein instinktives Gefühl dafür haben, dass das Leben endlich ist – aber ist das so? Gibts da wissnschaftliche Erkenntnisse zu?

Wo liegt eigentlich Schopenhau?

Gestern musste ich mehrfach eine Adresse angeben, und es ist doch immer wieder interessant zu sehen, was die Leute so wissen. „Bei Straßennamen, die auf -er enden, trennt man das Wort Straße doch ab…“
Nein, tut man nicht. Das tut man für gewöhnlich bei Ortsnamen, also bei der Hamburger Straße beispielsweise. Bei der Schopenhauerstraße tut man das nicht. Die ist ja nunmal nach Herrn Schopenhauer benannt und nicht nach Schopenhau (Google sagt, das gibts nicht, und Google Maps findet auch nur eine Straße mit dem Namen „Schopenhauer“ nahe Mexico-City, nachdem man auf „Meinten Sie?“ geklickt hat.
Immerhin wollte den Namen gestern keiner mit Doppel-P schreiben…