Jan
24
2012

Das soll Journalismus sein?

Dieser Tage zeigt die ARD jeden Montag eine Sendung namens “Der [hier Firmenname einfügen]-Check”. Darin werden Firmen unter die Lupe genommen und nach vier Kriterien betrachtet, Qualität und Fairness sind auch darunter. Gestern war nun H&M an der Reihe. Und nachdem ich in der letzten Woche beim McDonald’s-Check schon einige Bauchschmerzen1 hatte, hegte ich einige Befürchtungen zur Qualität des Beitrags.
Aber zuerst zu meinen Bauchschmerzen. Das McD nicht das beste Essen der Welt serviert, ist bekannt, ebenso wie die Tatsache, dass es in mancher Filiale arbeitsrechtlich womöglich bedenklich zugeht. Das thematisierte auch der ARD-Bericht. Da hieß es dann, dass McDonald’s nur etwa ein Fünftel aller Filialen in Deutschland selbst betreibt und der Rest von Franchisenehmern unterhalten wird. Nun hat kaum ein System so viel Potenzial zum Missbrauch anzuregen wie Franchising, aber das soll hier nur eine untergeordnete Rolle spielen. Entscheidend war der nächste Satz. Aus den Franchisefilialen, so der Bericht weiter, kämen nämlich die schlimmsten Beschwerden von Mitarbeitern. Nicht verwunderlich, muss der Franchisenehmer doch neben den normalen Lohn- und Betriebskosten auch die Lizenz bezahlen, was seine Marge schmälert. Warum die ARD bei den dann folgenden arbeitsrechtlichen Beispielen aber nicht aufdeckt, ob es sich um Franchise- oder Konzernfiliale handelt, bleibt ihr Geheimnis.
Der eigentliche Hammer kam aber natürlich erst nach dem Marktcheck, als sich ein Haufen Leute, die mit Otto Normalverbraucher so viel zu tun haben, wie meine Wenigkeit mit Buzz Aldrin, mit dem wie stets unerträglichen Frank Plasberg darüber unterhalten durften, wie schlimm es doch ist, dass sich niemand mehr Zeit nimmt fürs Essen. Ja, da wurde gezetert, das McDonalds in Berlin Filialen gegenüber von Berufsschulen betreibt und die armen Berufsschüler geradezu mit vorgehaltener Waffe zwingt, dort zu essen. Freier Wille? Gibt es nicht.
Auch Pseudo-Promi Peer Kus…Kus…ach, der hier durfte noch darüber philosophieren, dass es doch traurig ist, dass nicht mehr Menschen in sein Restaurant kommen, in dem alles frisch zubereitet wird. Gut, da kann man dann auch nach Kusmagks Aussage 40 Euro pro Person lassen (ohne Getränke, versteht sich), aber das sei ja nicht so wichtig. Bei McDonald’s übrigens kann man zu jedem Gericht eine Kalorienangabe und weitere Daten wie Fettgehalt etc. bekommen.2 Ob das bei Kusmagks auch geht?
Die Runde litt jedenfalls unter gewaltigem Realitätsverlust. Aber es ist natürlich eine Schande, dass (Achtung, ein Beispiel) die alleinerziehende Mutter ihrem Kind nicht noch ein ordentliches Abendessen macht, nachdem sie von ihren zwei Jobs nach Hause kommt…

Soweit zu meinen McDonald’s-Bauchschmerzen. Gestern nun H&M. Nachdem die Urteile in den ersten drei Bereichen (u.a. Qualität) gar nicht so schlecht ausfielen, ging es in den Bereich Fairness. Also auf nach Bangladesh.3 Hier waren die Sendungsmacher ja auch für den Lidl-Test unterwegs, kannten also die Kleidungsfabriken samt zugehöriger Slums bereits.4 Ich will die Zustände in Bangladesh nicht schönreden, die kann man nicht schönreden. Dass da in den Fabriken übelster Manchesterkapitalismus am Werk ist und man die Zustände vermutlich eins zu eins bei Marx findet, scheint nicht abstreitbar.
Aber: Wenn man einen Bericht über H&M in Bangladesh dreht, dann in zwei Fabriken geht, in denen wirklich üble Zustände herrschen (Textilstaub in der Luft, unzureichende Lüftung, keine Atemschutzmasken), dort aber keinen Beleg findet, dass die Fabriken tatsächlich für H&M arbeiten – dann ist das eine Sache. Wenn man dann aber mit keiner Silbe auf die augenscheinlich besseren Zustände eingeht, die in der einzigen Fabrik herrschen, wo man tatsächlich H&M-Produkte findet, dann ist das tendenziös. Kommentarlos auf die Slums und die wirklich schlimmen Lebensbedingungen umzuschneiden, hat mit Ausgewogenheit nichts zu tun, sondern wirkt fast, als stünde das Urteil in diesem Bereich schon vorher fest. Dazu passt, dass es im Fazit heißt, die Arbeitsbedingungen in Bangladesh trübten die Freude an preiswerter Mode.
Hier wurde offenbar geschludert. Entweder die Bilder aus der “H&M”-Fabrik waren schlicht schlecht gewählt, oder man hat es – ob fahrlässig oder absichtlich ist nicht zu klären – unterlassen, sie richtig einzuordnen. So bleibt der fade Beigeschmack der teilweisen Vorverurteilung.
Das ist schade, denn das trübt das Bild einer augenscheinlich mit hohem Aufwand produzierten Sendereihe.

Die ganze Sendung kann sich noch in der ARD-Mediathek ansehen.

  1. Haha, wie lustig. Ein Wortspiel. []
  2. Das macht den Burger zwar nicht gesünder, aber zumindest mangelnde Transparenz kann man dem Unternehmen nicht vorwerfe []
  3. Hier ab etwa 31:30 []
  4. Ich hoffe, man war so clever, beide Segmente, Lidl und H&M, auf einer Recherchereise zu drehen. Kost’ ja alles Geld. []

Jan
22
2012

Die Woche (2012-01-22) auf Twitter

  • RT @Miri_online: Das auf Bild 19 ist allerdings Zooey Deschanel und NICHT Katy Perry… // Ich wollte gerade darauf zu sprechen kommen. #
  • Ah, die Zeit hat ihre Bildergalerie korrigiert. @Miri_online http://t.co/K7KhWW27 #
  • Mal wieder Ernährungsdebatte auf der ARD. Dass das Problem Folge der kapitalistischen Gesellschaft ist, wird natürlich wieder keiner merken. #
  • Konnte meine Office 2003 CD nicht finden. Hab Office 2010 gekauft. Jetzt fühl ich mich komisch. #
  • Erste Liga keiner weiß warum. 1. FC Magdeburg führt gegen lustlose Wolfsburger zur Halbzeit 1-0. #
  • Wie gegen Bremen vor einigen Jahren scheint die Rasenheizung wieder nicht an zu sein. Frechheit gegenüber dem Gast aus Wolfsburg. #
  • Do you know anything about the Spanish ASAP group? Rumored to invest in Germany's 1. FC Magdeburg @sidlowe @GuillemBalague @ChristianMcr #
  • RT @ohaimareiki wie mich sowas immer deprimiert. http://t.co/mspsgsPX #
  • RT @Mister_Power @madcynic Guess they get things done as soon as… well, you know. ;) // Now why didn't I think of -that-?! #
  • Nach zu wenig Schlaf um 8 ausm Bett, im Seminar gehockt (zweckneutral), jetzt Arbeit, dann Geburtstag. Ich hatte auch mal Freizeit. Früher.™ #
  • Gladbach 2-0 Bayern. Deserved lead at the half. #
  • Gladbach 3, Bayern 1. Klasse Abend, danke, Borussia. #
  • Schweinsteiger blames #Bayern loss on pitch conditions? Really? How embarrassing that #Gladbach could pass precisely on horrific pitch. #
  • It's baaaaack. Insomnia hit certain individuals in former East Germany tonight, a study finds. Nobody could be reached for comments. #

Jan
15
2012

Die Woche (2012-01-15) auf Twitter

  • Bloody hell. Dreaming I cannot sleep coz I lost my keys and mobile. Now I'm wide awake. #Grrrr #mylifeissometa #evenmydreamsare #
  • Off to work then. Wonder how far my colleagues got in clearing the backlog from six closing days. #
  • Die Welt ist zu schnell für mich geworden. War beim Friseur gleich dran, konnte nicht mal bei Facebook einchecken. #
  • Bought Leftfield's Leftism on vinyl. Realized I need a new record player. Any affordable suggestions? #
  • Brilliant. End of the work week almost here and I can look forward to all of three hours of spare time this weekend. Yay me. #
  • *seufz* Freitagabend und die Deadline drückt. Und morgen ganz in Ruhe die nächste Deadline in Angriff nehmen. #
  • Mutter davon abgehalten, Kuchengabeln zu kaufen. 96 Euro inklusive Porto. Für 6 Stück… #
  • Damn that insomnia. #nosleeptillmorning #
  • Auf zum Bowling. Und so. #webunimd #
  • Im Hyde läuft Troja. Muss gleich an das Mädchen denken, mit dem ich den im Kino gesehen habe. Was aus ihr wohl geworden ist? #Nostalgie #

Jan
08
2012

Die Woche (2012-01-08) auf Twitter

  • Tag eins der Inventur überstanden. Hoffentlich übermorgen durch, sonst droht Freitag. Und morgen gibts drei Bände Simon's Cat als Belohnung. #
  • I wonder if it's possible to use a teleprinter as a regular printer on a computer. (File under "Silly Engineering Projects") #
  • .@ohaimareiki The Little Tank Engine that Almost Could. #lessambitiousbooks #
  • Inventur abgeschlossen, nach Hause geflogen…jetzt wird entspannt und eine Runde Extremzuhausebleibing praktiziert. #
  • Hmmm, kleiner Wetterbericht: Leichte Brise, auffrischend. Kondensierende Luftfeuchtigkeit, etwas zu warm. Could be worse. Could be raining. #
  • So, Weihnachtsdeko beseitigt, Baum aus Fenster geworfen. Da war so viel Wind, der hat den fast bis zur Biotonne geweht. #
  • I wish Facebook would stop forgetting the way I like my stories sorted. *resets to Recent Stories First for the umpteenth time* #

Jan
01
2012

Die Woche (2012-01-01) auf Twitter

  • Photo: Roastbeef mit Kartoffelkloß und Grünkohl http://t.co/u7q5YFlf #
  • Photo: Roastbeef. Genau richtig für meinen Geschmack – blutig. http://t.co/ewv76GIn #
  • Eltern schauen Nils Holgersson. Ich les dann doch lieber The Spirit vom Herrn Eisner… #
  • Das alljährliche Familienfoto wäre dann jetzt auch erledigt. Dann kann das neue Jahr kommen… #
  • Feiertage vorbei, also wieder zur Arbeit. Hurra. Und das schon um die Uhrzeit. Mist #
  • Den Kontostand am Zahltag anzuschauen ist doch immer wieder ein Erlebnis. #
  • Sometimes I think a Like button doesn't quite convey what I mean… #
  • I think I figured out why I like @ZooeyDeschanel and who she reminds me of. Yes, these two things may be related. #
  • Well, I've had two bottles of beer. Time to play a bit of Driver San Francisco… #drunkdriving #
  • Check this video out — KEYNO – Going On http://t.co/kA3q0erC via @youtube #
  • Happy new year. Yeah, I'm late. So go ahead, punks, sue me! #
  • Fixed a weird XHTML strict compliance error in my blog. Beginner's error really, & instead of the proper entity, which makes it weird. #
  • So, jetzt hab ich mich auf ein Tablet festgelegt. Jetzt nur noch auf den Verkaufsstart warten… Mist. #

Jan
01
2012

We interrupt

our regular scheduled programming to bring you the following service announcement.

Das Jahr ist 2012. Und hier wird sich wieder was ändern. Ja, ich werde euch, liebe treue Leser (ja, euch beide mein ich) wieder reglmäßiger neue Lektüre bieten. Und damit meine ich nicht, dass ich meine gesammelten Tweets jetzt drei Mal in der Woche erscheinen lasse.
Nein, im Jahr 2012 werde ich wieder produktiver sein. Nach der Abgabe meiner Magisterarbeit und den erfolgreich (mehr oder weniger) bestandenen Prüfungen bin ich in ein gewisses Produktionsloch gefallen. Nicht mal die Zustände bei meinem Lieblingsfußballverein (hallo? Das wär ein Abstiegsplatz!) konnten mich aus meiner schreiberischen Lethargie reißen. Und auch Skandale und Skandälchen in der deutschen und internationalen Politik waren nicht geeignet, auch nur den Hauch von Kreativität bei mir hervorzulocken. Ist ja auch frustrierend. Alle paar Wochen wird eine neue Kuh (oft zu Recht) durchs mediale Dorf getrieben, ohne dass sich etwas substantiell ändern würde.
In diesem Jahr wird es dennoch wieder mehr zu lesen geben in den Kategorien “Dat versteh ich nich” (höchstwahrscheinlich), “Dat find ich jut” (eventuell), “Das Kurzwort” (ich denk schon), “Fußballerisches” (na mal sehen, immerhin ist EM) und auch “Wörterbuch” (ganz, ganz vielleicht).
Auch ansonsten ist das neue Jahr für mich das Jahr des Mehrs. Mehr Vorsätze (fürs letzte Jahr gab es keine), mehr Sport, mehr Arbeit, mehr Doktorarbeit, mehr Geld (oh please, please, with sugar on top), mehr Nettsein. Und so.
Sport heißt hier nicht, dass ich mir noch mehr Fußballspiele ansehe (auch wenn das auch auf meiner Liste des Mehrs steht), sondern dass ich meinen nicht mehr ganz jugendlich frischen Körper (2012 ist leider auch das Jahr des Mehrs mit Altersbezug…) mal wieder etwas pflege. Mal sehen, ob ich zumindest zweimal in der Woche meinen Hintern ins Wasser bekomme zum Schwimmen. Früher™ war ich ein ganz passabler Schwimmer, aber meine Schwimmkarriere fand ein jähes Ende, als mir in der Dessauer Schwimmhalle einfiel, dass ich doch keine Lust hatte, an den sachsen-anhaltischen Meisterschaften teilzunehmen. Sehr zur Freude meiner Eltern und Trainer natürlich. War übrigens Behindertensport. Wie auch immer, Schwimmen ist gesund und also genau das richtige für mich alten Mann.
Mehr Arbeit und mehr Doktorarbeit stehen natürlich in einem Zusammenhang, da mit ersterem vor allem das Zweite gemeint ist. (Redundanz ist toll, n’est-ce pas?) Wenn ich bis zum Ende des Jahres den theoretischen Teil der Arbeit fertig hätte, würde ich mir ein Bein ausfreuen. Also rein metaphorisch jetzt.
Mehr Geld ist immer toll, das muss ich nicht begründen, denk ich. Mehr Nettsein übrigens auch. Ich bin zwar ein netter Mensch, aber ich hab da in letzter Zeit eine ganz schöne “mean streak” entdeckt, die ich ein bisschen einschränken möchte.

Soweit zum Jahr 2012. Bring it on!

Dez
25
2011

Die Woche (2011-12-25) auf Twitter

  • It's past 10:30 pm and I have just finished eating dinner after getting home from work at 9:45 pm. Anyone care to tell me why Xmas is great? #
  • Also: Described probability of an event as between hell freezes over & when pigs fly. Wondering if there -is- anything between the two now. #
  • Heute bis acht, morgen bis fünf und Freitag bis sechs. Dann drei Tage frei. Hurra. #
  • Da macht es Ätsch. Reus zum 2-0 für #Gladbach #
  • Five chapters done, five more chapters to go, then I'll have a preliminary German-language version of my thesis. Go me! #self motivation #
  • Merke: Taste auf PC-Tastatur gedrückt halten bringt keine Auswahlliste mit Sonderformen des Buchstaben. Muss ich doch wieder äöü nutzen. #
  • Erste Weihnachtskarte des Jahres kam vom 1. FC Magdeburg. Interessant. #
  • Photo: Merry Xmas everyone. Secular or not, y’all go have fun. http://t.co/L6cuDJGS #
  • Photo: It’s a suitcase, it’s a stone, it’s a book?!! http://t.co/bGTs98ba #
  • Forgot to give Christmaa gift to parents. Comes with hiding the stuff fot two months. Ah well, tomorrow is another day. #lestiforget #
  • Ich bin noch nicht mal richtig was und soll schon Rehkeule mit Grünkohl, Rotkohl und Semmelknödeln essen. Weihnachten ist anstrengend. #
  • Vor allem bin ich noch nicht richtig WACH und kann auch nicht tippen. Menno. #
  • Photo: Rehkeule mit Semmelklößen, Rotkohl, Grünkohl und Hagebuttensoße. Guten Appetit. http://t.co/RoA393fm #

Ältere Beiträge «